Asien,  Thailand

#21 Thailand Teil III – Update nach 4 Monaten Corona-Lockdown

Wir hätten nie gedacht, jemals für 4 Monate in Thailand zu sein – geschweige denn 4 Monate in einer einzigen, kleinen Provinz Thailands. Doch die Corona-Pandemie hat es so kommen lassen. Wir versuchen das Beste daraus zu machen. Und da unser letzter Update-Blogeintrag jetzt schon wieder eine ganze Weile zurückliegt, gibt es hier jetzt ein bisschen Nachschub in gewohnter Text-, Bild- und Video-Form.

Ein neuer Stellplatz muss her

Unser letzer Blogeintrag endete damit, dass wir am 20. April von ein paar Nationalpark-Rangern von „unserem“ Stellplatz weggeschickt wurden. Fast zwei Monate hatten wir dort gestanden und uns stets wohlgefühlt. Weit ab von dichter Zivilisation, direkt an einem langen, weitestgehend verlassenen Strand – wir hatten einen vermeintlich perfekten Ort für den Corona-Lockdown gefunden.

Doch wie wir an diesem Vormittag im April lernen müssen, ist der Küstenstreifen Teil des nahe-gelegenen Hat Chao Mai Nationalparks. Wir hatten gedacht, dass dieser erst etwa einen Kilometer weiter südlich beginnt. Doch die Park-Ranger klären uns in gebrochenem Englisch auf und machen uns unmissverständlich klar, dass wir wegzufahren haben. Der Nationalpark würde, wie alle anderen Nationalparks des Landes auch, auf Anordnung der Regierung wegen COVID-19 geschlossen. Niemand darf mehr rein und daher müssen auch wir raus.

Doch wo sollen wir hin? Klar ist, dass unser neuer Stellplatz innerhalb der Provinz Trang liegen muss. Denn die Grenzen der 76 thailändischen Provinzen sind seit Anfang April geschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus besser eindämmen zu können. Das schränkt unseren Radius deutlich ein. Die Provinz Trang misst nur etwa 100 km in Nord-Süd- und 65 km in Ost-West-Ausrichtung. Klar ist auch, dass wir versuchen wollen, wieder einen Stellplatz in Strandnähe zu finden. Da finden wir es nicht nur schön, sondern das Meer bietet uns auch die Möglichkeit, uns gelegentlich etwas abkühlen zu können (wir befinden uns noch immer in der Hot Season und die Temperaturen liegen konstant oberhalb von 35°C. Die hohe Luftfeuchtigkeit lässt es noch heißer wirken. Und da ist ein Sprung in Meer, das zwar auch ca. 28°C Wassertemperatur hat, zumindest eine kleine Abkühlung im Vergleich zum aufgeheizten Camper).

Wir fragen kurzerhand die Ranger, ob sie eine Idee hätten. Sie sagen, dass wir uns ein paar Kilometer weiter nördlich, ganz in der Nähe des Dorfes Pak Meng hinstellen könnten. Wir sind etwas verwundert, denn laut ihrer Karte ist auch der Bereich rund um das 8 km entfernte Dorf Teil des Nationalparks. Aber gut, schauen wir mal, wenn die Ranger sagen, dass wir da stehen können, sollte es ja wohl klappen. Die Frage ist auch, ob wir da einen Stellplatz finden, der für uns passt. Sprich einen Stellplatz, den wir mit unserem Camper erreichen können (weicher Sand ist in Strannähe ja immer ein Thema), der bestenfalls ein bisschen Privatsphäre bietet und der trotzdem Sonne bereithält, damit unsere Solarpanele auf dem Dach Strom liefern können.

Wir fahren an die besagte Stelle und siehe da: neben einer Reihe an Plätzen, die nicht in Frage kommen, finden wir auch einen Platz, den wir erreichen können und der uns Sonnenstrahlen verspricht. Er ist zwar komplett sichtbar von der kleinen Küstenstraße, aber die scheint nicht allzu viel Verkehr zu haben und da wir nicht wirklich Alternativen haben, bleiben wir erst einmal hier.

Die nächsten Tage gewöhnen wir uns an die neue Umgebung, arbeiten einen Blogeintrag samt Video ab (Malaysia Part II), schicken die Drohne in die Luft, sitzen abends unter unserer Markise, erfreuen uns dabei an unserem kleinen Beamer und winken den Kühen zu, die hier gelegentlich zu Besuch kommen.

Wir erkunden die Provinz

Wir verbringen ein paar Tage auf dem neuen Stellplatz und versuchen dabei unter anderem, den Ladebooster, den wir vor ein paar Wochen in Malaysia in unseren Camper gebaut hatten, ans Laufen zu bringen. Der tut nämlich leider nicht das, was er soll (die Aufbaubatterien während der Fahrt mit etwas mehr Strom zu versorgen, als es die Lichtmaschine im Normalfall tun würde). Leider bleiben unsere Versuche erfolglos, das Gerät scheint defekt. Und bevor wir die Karre noch abfackeln, lassen wir lieber nun die Finger davon. Blöd.

Stattdessen entscheiden wir uns dazu, ein bisschen innerhalb der Provinz herumzufahren. Trang ist alles andere als eine der klassischen Touristenhochburgen Thailands und die paar Anlaufstellen für einheimische Touristen – hauptsächlich die Nationalparks und die der Küste vorgelagerte Inseln – sind wegen Corona geschlossen. Trotzdem finden wir ein paar schöne Ecken und haben einen tollen Tag.

Alltag im Campervan

Die kleine Tour durch die Provinz lässt uns aber auch realisieren, dass wir hier wahrscheinlich keinen besseren Stellplatz mehr finden, als den, auf dem wir aktuell stehen. Das ist etwas schade, da die Straße hinter dem Stellplatz doch einigermaßen häufig befahren wird, aber es ist, wie es ist. Auf unseren alten Stellplatz dürfen wir ja leider nicht mehr zurück.

Ist aber auch alles halb so schlimm und so kehrt rasch wieder der Alltag ein. Ich bin immer noch erstaunt, wie schnell die Tage doch verfliegen, selbst wenn man irgendwie nix macht. Wobei „nix“ stimmt ja auch nicht: wir färben Tinas Haare rosa, ich lerne weiter fleißig Gitarre, wir machen aus der Ferne unsere Steuererklärungen von 2019. Wir räumen unser Auto wieder einmal komplett aus, um ordentlich sauber zu machen und arbeiten an neuen Blogeinträgen und Videos (schließlich sind wir jetzt schon 1 Jahr unterwegs – Zeit für ein Highlight-Video und eine Kosten-Übersicht). Wir fahren zum Customs Office, um die Aufenthaltsgenehmigung unseres Campers zu verlänger. Ich schreibe zwischendurch immer mal wieder kurze Newsletter, um damit ein paar Euro in unsere Reisekasse zu spülen. Und viel Zeit verbringen wir auch damit, uns zu überlegen, wie es mit dem Campervan und uns so weitergehen könnte – sowohl auf dieser Reise (wir sammeln zum Beispiel Angebote von Reedereien für die eventuelle Verschiffung unseres Campers zurück nach Europa), als auch danach. Es gibt ja noch sooooo viele Orte, wo man mit einem Camper mal hinfahren könnte. 😋

COVID-19 ist natürlich immer noch omnipräsent. Aber die Restriktionen im alltäglichen Leben werden auch hier langsam gelockert. Während in den Wochen zuvor so ziemlich alles geschlossene hatte, dürfen ab Mitte Mai mehr und mehr Geschäfte wieder ihre Türen öffnen. Dafür hat Thailand ein System des Personen-Trackings aufgesetzt: an jedem Geschäft hängen QR-Codes, die man scannen muss, um sich damit ein- und auszuchecken. Durch die einmalige Angabe von Name und Telefonnummer kann daraufhin nachverfolgt werden, wer wann an welchem Ort war und wer eventuell mit Corona-Infizierten in Kontakt gekommen ist. Für Menschen ohne Smartphone liegen händische Listen aus. Darüber hinaus ist die maximale Anzahl an Personen, die ein jeweiliges Geschäft zeitgleich betreten dürfen, beschränkt und am Eingang wird stets die Temperatur gemessen und Desinfektionsmittel gereicht. Bisher fährt Thailand mit seinen Maßnahmen scheinbar ganz gut (Stand heute: keine inländischen Neuinfektionen mehr seit über 30 Tagen).

Wir müssen uns auch um eine neue Krankenversicherung kümmern. Denn aufgrund der noch immer geltenden Reisewarnung für alle Länder außerhalb Europas können wir unsere bestehende Versicherung leider nicht verlängern. Wie sich herausstellt, ist es momentan gar nicht so einfach, eine Langzeit-Auslandsreisekrankenversicherung abzuschließen, die folgende Mindest-Kriterien erfüllt: Gültigkeit auch für Länder mit Reisewarnungen, deckt auch eine Corona-Infektion mit ab, kann noch abgeschlossen werden, wenn man sich bereits im Ausland befindet. Nach schier endlosen Vergleichen und Gesprächen mit unterschiedlichsten Versicherungen, finden wir letztlich aber eine Police, die passt und bezahlbar ist (trotzdem fast 50% teurer als unsere bisherige Versicherung).

Aber da wir die Provinz zu diesem Zeitpunk noch immer nicht verlassen dürfen, haben wir ja Zeit, uns um solche Dinge zu kümmern.

Regenzeit

Langsam aber sicher beginnt im Mai die von den Thailändern so lang ersehnte Regenzeit. Hier im Süden des Landes beginnt die nasse Jahreszeit etwas früher und dauert länger, als im Rest des Landes. Die Tage sind von nun an geprägt durch einen ständigen Wechsel des Wetters, mit langen und kurzen, milden und heftigen Regenschauern inklusive Blitz und Donnergrollen. Doch zwischendurch haben wir auch immer wieder sehr schöne, sonnige Tage. Egal ob es regnet oder nicht: die Temperaturen liegen trotzdem sehr konstant über der 30 °C Marke. Das ist für das Leben im Campervan recht blöd; Regen und Hitze sind eine ungünstige Kombination, da wir dann nicht mehr sinnvoll lüften können, um zumindest ein kleines bisschen Wärmeaustausch hinzubekommen. Schwitzen ist so an der Tagesordnung (und Nachtordnung, wenn es das gibt). Unsere Ventilatoren laufen Tag und Nacht durch und verbrauchen dabei wertvollen Strom.

Das ist das zweite Problem an der Regenzeit: wir produzieren deutlich weniger Strom über die Solaranlage. Viel umherfahren tun wir ja auch nicht mehr. Und so passiert es nun leider regelmäßig, dass sich unsere Bordbatterien ihrer kritischen Entladetiefe nähern. Abhilfe schafft die Polizei. 🙂 Hier im Dorf gibt es eine Polizeistation, an der wir netterweise unsere Batterien aufladen dürfen. Und so ist es momentan Routine, dass wir etwa einmal die Woche zur Polizeistation fahren und dort unseren Camper an den Landstrom anschließen.

Aufpassen müssen wir jetzt auch wegen der Feuchtigkeit des Bodens. Um unseren Stellplatz herum bilden sich nun regelmäßig teils sehr große, tiefe Pfützen. Bisher haben wir es aber immer auf unseren Platz rauf und runter geschafft. Nur einmal haben wir es nicht riskiert und sind zum übernachten an eine andere Stelle in der Nähe gefahren.

Zahnschmerzen

Und dann ist da noch die Sache mit meinen (Dirks) Zähnen passiert. Bis zum Beginn unserer Reise konnte ich mich glücklich schätzen – ich kann mich nicht daran erinnern, irgendwann einmal starke Zahnschmerzen gehabt zu haben. Bis September 2019, als wir in Kirgisistan waren und auf unser China-Crossing gewartet haben – da hat es mich erwischt. Schmerzmittel halfen nicht und da wir völlig abseits von jeglicher nennenswerten Zivilisation waren, habe ich Antibiotika genommen. Wir hatten zwar nur ein paar Pillen dabei, aber die haben erstmal geholfen. In Pakistan kamen die Schmerzen dann wieder, sodass ich in Islamabad zu einer Zahnärztin gegangen bin. Die konnte jedoch nichts feststellen und hat mir noch einmal ein Antibiotikum verschrieben. Das hat dann geholfen – zumindest für die nächsten 9 Monate bis Juni 2020.

Da steige ich jetzt wieder ein: Ich habe bereits seit einigen Tagen Zahn- und Kieferschmerzen; wieder am gleichen oberen linken Eckzahn, wie damals in Kirgisistan und Pakistan. Ich versuche zunächst einen Zahnarztbesuch zu vermeiden, indem ich Ibuprofen und letztlich sogar Antibiotika nehme. Das hilft aber leider nicht wirklich und so machen wir uns in der nächstgrößeren Stadt auf die Suche nach einem Zahnarzt. Die einzig verlässliche Anlaufstelle, die wir finden können, ist eine Zahnarztpraxis in einem Krankenhaus. Da fahren wir hin und sind erst einmal erstaunt, in einer thailändischen Kleinstadt ein solch modernes Krankenhaus vorzufinden (es gibt hier insgesamt sogar drei Krankenhäuser – liegt wohl am sehr großen Einzugsbereich).

Nach einer guten Stunde Wartezeit komme ich dran. Ich schildere das Problem, der Arzt (der zumindest ein bisschen Englisch spricht) schaut nach und macht Röntgenaufnahmen (in Dia-Größe). Finden kann er nichts. Er geht davon aus, dass die Schmerzen von meinem nächtlichen Zähneknirschen kommen und gibt mir zwei Medikamente mit: eines, das die Kiefermuskeln entspannt und ein Schmerzmittel explizit für Zahnschmerzen. Die helfen schnell und super. Der Zahn ist zwar noch berührungsempfindlich, aber die Kieferschmerzen sind wie weggeblasen – für 5 Tage.

Danach ist die Medizin aufgebraucht und die Schmerzen sind zurück. Also wieder zum Zahnarzt. Dieses Mal schleift er den schmerzenden Eckzahn etwas ab, um dessen Kontakt mit dem Unterkiefer beim Kauen und Zähneknirschen zu minimieren. Der Zahn hatte tatsächlich ein kleines bisschen weiter „herausgeschaut“, als die übrigen Zähne. Der Effekt ist direkt spürbar. Super. Hoffentlich war es das damit. Der Arzt sagt, dass wir jetzt erst einmal abwarten sollten. Sollte der Schmerz allerdings zurückkommen bzw. wieder stärker werden, wird er sich wohl den Wurzelkanal anschauen müssen.

Guten Mutes fahren wir zurück zu unserem Stellplatz am Strand. Doch schon im Laufe des Tages kommen die Schmerzen mit voller Wucht zurück. Ich nehme Schmerzmittel, lege ein Kühlpad auf und schaffe es irgendwann einzuschlafen. Ich schlafe fast 12 Stunden. Als ich morgens aufwache, geht es mir recht gut. Doch Tina fällt auf, dass meine Wange etwas geschwollen ist. Und die Schwellung wird im Verlauf des Tages mehr und mehr, genauso wie die Zahnschmerzen. Am späten Abend ist es nicht mehr auszuhalten. Ich habe bereits die Tages-Maximaldosis Ibuprofen und die letzte Zahnschmerz-Tablette genommen. Nichts hilft. Auch Kühlen bringt keinerlei Linderung mehr. Verrückt, wie sehr Zähne wehtun können. Ich springe förmlich im Kreis; an Schlafen ist überhaupt nicht zu denken. Es ist klar: Wir müssen zurück zum Krankenhaus fahren.

Wir fahren in die Stadt, die Zahnarztpraxis im Krankenhaus ist natürlich nicht mehr geöffnet. Wir wenden uns an die Notaufnahme und hoffen auf stärkere Schmerzmittel, damit ich irgendwie durch die Nacht komme. Der Prozess ist glücklicherweise schnell und unkompliziert; wenig später bekomme ich eine Spritze mit Tramadol. Tina googlet: das ist ein Opioid; sollte mich also ziemlich umhauen. Das ist mir recht. Der Plan ist, sowieso nicht mehr zurückzufahren, sondern die Nacht auf dem Krankenhaus-Parkplatz zu verbringen, um am nächsten Morgen direkt zum Zahnarzt gehen zu können.

Doch das Mittel wirkt nicht. 20 Minuten sind vergangen und die Schmerzen sind immer noch unfassbar stark. Ich bekomme Morphin gespritzt. Ein weiteres Mittel, dass ich nur aus den „Opium-Krise“-Dokumentationen aus den USA kenne. Jetzt bin ich sicher, dass das helfen wird. Tut es auch, aber leider nur sehr wenig und leider auch nur kurz. Nach weiteren 20 Minuten sind die Schmerzen wieder auf dem gleichen Niveau wie vorher.

Die Ärzte sagen uns, dass sie weitere Schmerzmittel nur verabreichen können, wenn ich die Nacht zur Beobachtung im Krankenhaus bleibe. Ich könnte mir zwar Besseres vorstellen, aber es hilft ja nix. Kurze Zeit später bekommen wir ein Zimmer zugeteilt und ich eine Tablette in die Hand gedrückt. Ich solle mich melden, wenn es nach 30 Minuten immer noch nicht besser ist. Inzwischen ist es kurz vor halb 2 am Morgen. Die Tablette, die sich als Naproxen herausstellt, hilft natürlich gar nicht. Ich gebe Bescheid und bekomme kurz darauf eine erneute Injektion. Als mich Tina 10 Minuten später anspricht, schlafe ich tief und fest. Endlich.

Am nächsten Morgen wache ich mit dick geschwollener Wange, aber ohne große Schmerzen auf. Eine Schwester bringt uns das Frühstücksmenü. Wirklich verrückt, wie modern und gut ausgestattet das Krankenhaus ist. 2014 war ich mal in Vietnam in einem Krankenhaus, da ein befreundeter Amerikaner mit seinem Roller gestürzt war. Das war gefühlt ein Betonbunker, in dem es von der Decke getropft hat. Kein Vergleich zu hier. Wir sind sehr froh, hier in Thailand gestrandet zu sein, wo es ein im Vergleich zu den umliegenden Ländern ein sehr gutes Gesundheitssystem gibt.

Aber das Frühstück lehnen wir natürlich dankend ab; mir ist nicht so nach Kauen. Stattdessen geht es rasch zum Zahnarzt, der ebenso rasch einen Abszess feststellt, den Zahn aufbohrt, den Wurzelkanal reinigt und den Nerv entfernt. Ich spüre davon gar nichts, obwohl ich keine Betäubung bekommen habe. Fand ich erstaunlich.

Heute, eine Woche später, ist die Welt wieder in Ordnung – zumindest meine kleine Zahn-Welt. Das Zahnfleisch fühlt sich zwar noch komisch an, aber die Zahnschmerzen sind weg. Inzwischen waren wir bereits für eine zweite Reinigungs-Session beim Zahnarzt. Ein paar weitere werden noch folgen. Aber dann sollte das Thema zum Glück abgeschlossen sein.

Pläne für die nächsten Wochen

Die nächsten Wurzelkanal-Reinigungen und die endgültige Füllung können auch von einem anderen Zahnarzt durchgeführt werden, sodass wir nicht mehr zwingend in Trang bleiben müssen. Das ist gut zu wissen, denn seit vorgestern ist das Reisen innerhalb Thailands wieder vollständig erlaubt (nicht die Einreise ins Land, aber Reisen zwischen den Provinzen). Und nach 4 Monaten in Trang kribbelt es ja jetzt doch so ein bisschen in uns, noch ein paar andere Ecken des Landes zu erkunden.

Unser Visum und das Temporary Import Permit für den Camper sind beide noch bis zum 31. Juli gültig. Wir haben also noch mindestens einen Monat Zeit, bis wir Thailand verlassen müssen. Da zum jetzigen Zeitpunkt aber noch keine der umliegenden Landesgrenzen geöffnet ist, können wir uns auch sehr gut vorstellen, dass die Visa ein weiteres Mal automatisch verlängert werden. Wir werden sehen. Stand heute gibt es dazu noch keine Informationen.

Unklar ist auch so ganz generell, wie es mit unserer Rückreise nach Europa weitergeht. Wir haben für uns den September als vage Deadline festgesetzt. Sollten Anfang September die Überland-Grenzen nach Laos, China, die Mongolei und Russland noch immer geschlossen sein, wollen/können wir diese Route nicht mehr in Angriff nehmen. Denn dann würden wir zu Beginn des dortigen Winters in der Mongolei und in Russland ankommen – und das macht bei Temperaturen von bis zu -40°C dann keinen wirklichen Sinn mehr mit dem Camper.

Stattdessen müssten wir unseren Camper dann wohl auf ein Schiff laden und zurück nach Europa verschiffen lassen. Das wäre äußerst schade. Aber noch geben wir unsere Hoffnung nicht ganz auf, dass wir nicht vielleicht doch noch auf den eignen vier Rädern nach Europa zurückfahren können. Wir werden sehen und halten euch auf dem Laufenden.

Jetzt wird aber erst einmal ein bisschen mehr von Thailand erkundet – trotz Regenzeit! 

Liebe Grüße aus der Ferne,
Tina & Dirk

PS: Liebe Postkarten-Freunde, bitte habt noch ein bisschen Geduld mit uns. Die Provinz Trang ist so wenig auf Touristen ausgelegt, dass wir es bisher nicht geschafft haben, schöne Postkarten zu finden. Wirklich so gar nicht. Aber wir werden unser Glück jetzt in den benachbarten Provinzen versuchen, damit wir euch hoffentlich rasch mit Post aus der Ferne beglücken können! 🙂

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2 Kommentare

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    Claudia

    Hallo ihr beiden,

    ich lese fleißig euer tolles Blog mit – schön zu hören, dass ihr jetzt zumindest innerhalb Thailands wieder unterwegs sein könnt.

    Mich hat auf unserer Weltreise eine Zyste in den OP einer Klinik in Bangkok katapultiert und ich kann euch sowohl die Erleichterung, nicht an einem anderen Ort mit schlechterer Versorgung krank geworden zu sein nachfühlen, als auch die Begeisterung über thailändische Kliniken (zumindest die für uns reiche Europäer)! Verrückt zu erleben, wie Schmerzen einen so mürbe machen können, dass man bereit wäre, für eine Linderung seine Seele zu verkaufen 🙂

    Bleibt weiterhin gesund und kommt gut wieder nach Hause!

    Viele Grüße
    Claudia

    • Let's get otter here

      Let's get otter here

      Hallo Claudia,
      danke für die Blumen; freut uns zu hören, dass du uns hier begleitest. 🙂
      Ein kleiner Blick auf deine verlinkte Webseite hat mir gezeigt, dass du ja auch schon in den Genuss einer Langzeitreise gekommen bist – sehr schön! Und wenn ich die Anzeichen richtig gedeutet habe, geht’s bald ein weiteres Mal los?! 🙂
      Und ja, das nennt man wohl Glück im Unglück. Ich bin aber noch immer erstaunt, wie modern die Krankenhäuser hier sind. Gestern sind wir an einem Neubau in Krabi vorbeigefahren – Wahnsinn. Aber wie du schon schreibst, sind das natürlich Kliniken, die sich nicht unbedingt an die breite thailändische Bevölkerung richten.
      Viele Grüße nach Hamburg,
      Dirk

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