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1 JAHR WOHNMOBIL EUROPA – ALLE KOSTEN – 365 Tage Vanlife in Euopa

Wie viel Geld haben wir in 1 Jahr ausgegeben? Was war am teuersten? Haben wir in Schweden pro Tag mehr ausgegeben als in Frankreich? Und haben wir übers ganze Jahr hinweg wirklich nur 165 € für Stellplätze ausgegeben? Seit (über) einem Jahr leben und reisen wir Vollzeit mit unserem Wohnmobil durch Europa. Was kostet dieser Lebensstil? Das können wir natürlich nicht für jeden pauschal beantworten – was wir aber können, ist euch UNSERE Ausgaben zu zeigen. DAS machen wir in diesem Video. Los geht’s, let’s talk about money.💰💶💸

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🎥 Auch als YouTube-Video verfügbar! Wir haben diesen Beitrag vor allem als Video produziert - mit vielen begleitenden Videosequenzen. Ein Klick auf das Bild oben bringt euch zum Video auf unserem YouTube-Kanal.

Wir empfehlen ab hier nicht weiterzulesen 😜

Hallo ihr Lieben! Es freut uns sehr, dass ihr euren Weg hierher auf unsere Webseite gefunden habt. Dennoch empfehlen wir euch, dass ihr euch diesen Beitrag in der Video-Fassung anschaut (s. Link oben). Ihr findet zwar auch alle Informationen und die detaillierten Kostenaufstellungen im folgenden Text, allerdings haben wir im YouTube-Video sehr viele Film-Sequenzen aus unserer Zeit ‚on the road‘ eingebunden, um die jeweils genannten Inhalte zu untermalen und konkrete Beispiele zu zeigen.🙂  

Hier die im Video genannten Verlinkungen:

Tabellen aus dem Video

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Ein Klick auf das Bild bringt euch zu unserer dertaillierten Route durch Europa.

Vorab ein paar Hinweise

Hallo und herzlich willkommen hier auf unserem Blog. Wir sind Tina & Dirk von Let’s get otter here. Und wer uns schon etwas länger verfolgt, der weiß, dass wir seit Oktober 2020 Vollzeit mit unserem Van durch Europa reisen. 

Geplant hatten wir das nie. Eigentlich wollten wir 2019/2020 mit unserem Van eine 13-monatige Tour durch Asien machen. Von Deutschland über die Alte Seidenstraße bis nach Südostasien, komplett über Land und von dort aus über China und die Mongolei zurück bis nach Deutschland. Den Hinweg haben wir auch geschafft (hier die Route), aber dann hat uns Corona ausgebremst und nach einem halben Jahr Lockdown in Thailand haben wir dann im Herbst 2020 unseren Van von Thailand aus zurück nach Hamburg verschifft. Und da wir dann SOWOHL noch Lust, ALS AUCH ein bisschen Erspartes “übrig” hatten, haben wir unsere Reise dann einfach in Europa fortgeführt.

Warum wir noch Erspartes „übrig“ hatten und wie viel Geld wir in dem einen Jahr “Weltreise” von Deutschland bis nach Thailand ausgegeben haben, darüber haben wir damals bereits ein Video (samt Blogeintrag) gemacht. 

Warum reden wir über Geld?

Es scheint immer noch ein bisschen ungewöhnlich zu sein, offen über Geld und seine Ausgaben zu sprechen. Gerade in Deutschland hält man sich da ja – aus welchen Gründen auch immer – häufig sehr bedeckt. Wir finden aber, dass Transparenz einen SO großen Mehrwert hat. Wir wissen selbst, wie hilfreich es sein kann, Anhaltspunkte für die Finanzplanung von langen Reisen zu haben. Und vor allem, wie wichtig solche Überlegungen sind – gerade wenn man eben darauf angewiesen ist, wirklich auf sein Geld zu schauen. 

Wenn wir durch unsere Offenheit dem ein oder anderen also ein Anhaltspunkt geben können, freut uns das sehr und daher sind wir gerne bereit, völlig offen über unsere Ausgaben zu sprechen.

Bevor wir jetzt gleich ganz konkret einsteigen, noch drei ganz kurze Hinweise:

  • Zuerst einen Blick auf die Karte bzw. auf die Route, die wir in den 12 Monaten on the road gefahren sind. Die hier ist jetzt nur ganz grob zur Übersicht, damit ihr sehen könnt, in welchen Ländern wir waren. Wir haben unsere ganze Route – also die GPS Daten – aber auch ganz detailliert mit der App Polarsteps aufgezeichnet, wenn ihr euch ganz konkret anschauen wollt, wo wir so waren.
  • Dann eine Erläuterung zur Reisedauer. Wir sprechen in diesem Video über EIN Jahr, über 12 Monate. Tatsächlich waren wir alles in allem 13,5 Monate unterwegs. Wir sind Mitte Oktober 2020 gestartet und kurz vor Weihnachten 2021 waren wir dann wieder Zuhause. Um die Kosten hier aber vergleichbar für 1 Jahr zu haben, haben wir die “überschüssigen” Tage mit einem Durchschnittswert abgezogen und zwar von der Zeit, die wir zwischendurch immer mal wieder in Deutschland waren. Dazu dann später noch ein bisschen mehr.
  • Und der letzte Hinweis: alle Kosten, die wir hier gleich präsentieren, sind UNSERE Ausgaben. Jeder hat andere Anforderungen, Wünsche und Vorstellungen und daher werden auch für jeden die Ausgaben unterschiedlich sein. Wir standen zum Beispiel fast nie auf Campingplätzen und haben dafür entsprechend auch nahezu kein Geld ausgegeben. Außerdem neigen wir dazu, meistens selbst zu kochen und nur selten in Restaurants zu gehen. Das spart natürlich auch. Solche Besonderheiten werden wir gleich auch immer mal wieder benennen. Das solltet ihr einfach bei eurer eigenen Finanzplanung bedenken.

Und damit genug der Vorrede. Los geht’s!

Fixkosten

Den ersten Block, den wir uns anschauen wollen, sind die Fixkosten bzw. die Quasi-Fixkosten – also all die Dinge, die man in jedem Fall braucht – die letztlich aber immer noch davon abhängen, wie lange man eben unterwegs sein will.

Die Zahlen, die wir euch jetzt hier gleich zeigen, sind unsere Ausgaben für ein komplettes Jahr und sie gelten immer für uns beide zusammen.

Die erste Position: Versicherungen. Man braucht natürlich eine Krankenversicherung. Das ist nicht die typische Auslandsreise-Krankenversicherung, die man für ein paar Euro im Jahr abschließen kann. Denn solche Versicherungen sind in der Regel auf klassische Urlaubsreisen ausgelegt und haben nur einen sehr begrenzten Abdeckungszeitraum. Und sowieso kann man die nur abschließen, wenn man weiterhin in Deutschland gemeldet und da krankenversichert ist. Das sind wir allerdings nicht. Wir haben uns schon vor unserer Asien-Reise aus Deutschland abgemeldet. Vor allem AUCH, um aus der Versicherungspflicht rauszukommen. Denn auch wenn eine solche Langzeit-Auslandsreisekrankenversicherung eine Stange Geld verschlingt, ist das noch immer nur ein Bruchteil einer klassischen Krankenversicherung in Deutschland UND sie sind eben auf Langzeitaufenthalte ausgelegt. 

Das erste Jahr unserer Reise waren wir bei der Allianz versichert; inzwischen bei Dr. Walter. Da zahlen wir 48,30 € pro Person pro Monat, was leider ein bisschen mehr ist, als noch bei der Allianz. Und das addiert sich eben zu den 1.159,20 € hier oben auf.

Dazu haben wir jeder eine Privathaftpflichtversicherung. Die hatten wir sowieso und haben sie einfach bestehen lassen. Einfach für den Fall der Fälle.

Dann braucht man natürlich auch eine Versicherung für den Camper: Eine Kfz-Haftpflicht- und Kasko-Versicherung. Wir haben sogar eine Vollkasko, weil wir eben mit einem immer noch recht neuen Camper unterwegs sind. Da macht das in aller Regel Sinn.

Versichert sind wir über Jahn & Partner bei der Nürnberger Versicherung. Da sind wir, weil die einen Tarif haben, bei dem man auf Wunsch auch alle asiatischen Länder mit absichern kann. Ich glaube auch ein paar nordafrikanische Länder. Und Asien war für uns eben wichtig, als wir da unterwegs waren. Das hat damals einen Aufschlag von 50% gekostet. Seitdem wir nur noch in Europa unterwegs sind, ist der wieder weggefallen. Und damit ist es jetzt auch nicht mehr die teuerste Einzelposition bei den Fixkosten, sondern nur noch die zweitteuerste.

KfZ-Steuern sind natürlich auch angefallen. Die haben mit 230 € zu Buche geschlagen.

Auch schon HIER mit aufgenommen haben wir die Kosten für die Dichtigkeitsprüfung und die Inspektion bzw. die TÜV-Abnahme, die im letzten Jahr anstand. Das hätte man theoretisch auch in die variablen Kosten packen können, aber wir haben gesagt: beide Termine sind quasi Pflicht und wir wussten schon vorher, dass sie kommen würden. Daher hier.

Dann der ganze untere Block; das sind im Grunde alles laufende Verträge, aus denen man nicht raus kommt oder aus denen wir nicht raus wollten. In unserem Fall sind das so Sachen wie Spotify, Netflix, Cloud-Speicherplatz, aber auch unsere heimischen Mobilfunkverträge oder Kosten für die Kontoführung Zuhause. Das haben wir hier alles aufgenommen.

Extra für unsere Tour durch Europa haben wir übrigens auch unsere ADAC-Mitgliedschaft upgegraded vom normalen Tarif zur ADAC-Plus-Mitgliedschaft. Das haben wir zwar zum Glück noch nicht gebraucht, aber wir würden das trotzdem auf jeden Fall empfehlen.

Und die letzten beiden Positionen sind ein kleines bisschen speziell. Einerseits ein Abo für Epidemic Sound, das wir seit Juli letzten Jahres haben, um etwas mehr Musikauswahl für unsere Videos zu haben, als es die kostenlose YouTube-Library anbietet. Andererseits unserer Webseite, die wir schon seit Anbeginn unserer Reise haben. Vor allem zu unserer Tour durch Asien haben wir da sehr ausführliche Reiseberichte veröffentlicht und auch jetzt gibt’s da immer mal wieder Content zusätzlich zu unseren Videos auf YouTube. Schaut da also gerne mal vorbei, wenn ihr mögt. Und die 77,78 € sind eben die Jahresgebühr dafür.

All diese Kosten hier zusammengenommen sind 4.164,07 € für das eine Jahr.

Ihr seht, dass wir hier KEINE Kosten für Miete oder Ähnliches aufgeführt haben. Wir haben unsere gemeinsame Wohnung aufgelöst, viele Dinge verkauft und das was noch übrig war bei unseren Eltern eingelagert. Das spart natürlich ganz erheblich und hat nebenbei den Vorteil – im Vergleich zu der Möglichkeit, eine Wohnung eventuell unterzuvermieten – dass man einfach flexibler ist, wenn man seinen Trip z.B. kurzfristig verlängern will. Es soll ja Leute geben, die das machen wollen. 😉

Was wir hier übrigens auch nicht mit aufgenommen haben – und das erwähnen wir kurz, da das viele bei unserem letzten Kostenvideo angemerkt hatten – sind die Kosten für unseren Camper. Klar, man braucht ein Wohnmobil, wenn man damit ein Jahr lang durch Europa fahren will. Genauso braucht man Kleidung, Campingausstattung, vielleicht Kameras, Zahnbürsten und was weiß ich noch.
Das darf man nicht vergessen. Aber das ist eben auch sehr individuell. Und vor allem sind das eben keine Ausgaben, die man in dem Jahr ‘on the road’ hat, sondern Dinge, die man sich in der Regel vorher angeschafft hat. Deswegen tauchen die Kosten dafür in unserer Zusammenstellung nicht auf.

Variable Kosten

Als nächsten großen Kostenblock wollen wir uns die variablen Kosten anschauen. Also die Dinge, die komplett davon abhängig sind, in welche Länder man reist, wie viel Zeit man dort verbringt und vor allem auch WIE man die Zeit dort verbringt. 

Hier gibt es jetzt ein paar unterschiedliche Herangehensweisen, wie man die Kosten aufdröseln kann. Fangen wir erst mal an mit einer Erläuterung, welche Kosten wir damit konkret meinen. Und das sind im Grunde alle Kosten, die wir gerade in den Fixkosten NICHT genannt haben. Also Sprit, Essen, Aktivitäten, Maut, Wäsche waschen und all die anderen Dinge, die hier in der Tabelle aufgeführt sind.

Wir haben die Ausgaben nach Kategorien gruppiert und jeweils zusammengerechnet, wie viel wir für die einzelnen Bereichen ausgegeben haben. Lasst uns auf EINIGE Kategorien ein bisschen konkreter eingehen:

Die Einkäufe in Supermärkten machen bei uns den größten Posten aus. Das hat mich tatsächlich ein KLEINES bisschen überrascht, denn in Asien waren es noch die Spritkosten, die ganz oben auf der Liste standen. Aber eine Erklärung dafür ist naheliegend: wir sind in dem Jahr in Europa knapp 20 % weniger Kilometer gefahren, als in den ersten 12 Monaten unseres Asien-Roadtrips. Ungefähr 35.000 km im Vergleich zu etwas über 42.000 km.

Aber alles der Reihe nach, also noch ein paar Worte zur teuersten Kategorie. Die Supermarkt-Einkäufe stehen auch deswegen ganz oben, da wir uns in aller Regel selbst verpflegen, selbst kochen. Das habe ich am Anfang schon erwähnt und das zeigt sich auch daran, dass Restaurantbesuche bei uns nur 272,98 € im gesamten Jahr ausgemacht haben. Das ist selbst für unsere Verhältnisse echt wenig, muss ich sagen. Während unserer Asien-Tour war die Kategorie noch vierstellig. Ein Grund dafür könnte sein, dass wir im letzten Jahr hier in Europa deutlich weniger Zeit in größeren Städten verbracht haben, vielmehr eher in der Natur unterwegs waren. Denn gerade bei Aufenthalten in Städten bietet es sich ja an, Essen zu gehen – wenn man aber irgendwo in Griechenland an einem abgelegenen Strand ohne Infrastruktur steht, steht eben schon zwangsläufig selbst Kochen auf dem Programm. 

In der Position Wohnmobil-Ausstattung sind all so Dinge drin, die wir in dem Jahr an neuem Equipment für unseren Camper angeschafft haben. Vor Schweden haben wir uns zum Beispiel einen Fernseher eingebaut, letztens ne Kaffeemaschine, wir haben einen Maxxfan nachgerüstet – solche Sachen.

Davon abgegrenzt haben wir die Auto-Instandhaltung & Pflege. Wir hatten zum Glück keinerlei Probleme mit Unfällen oder irgendwelchen größeren Defekten. Aber wir mussten in Griechenland zum Beispiel ungeplant neue Bremsbeläge einbauen lassen, haben eine Seitenscheibe reparieren lassen, ich habe einen Wasserhahn in der Küche ausgetauscht und so Kleinkram. Das steckt alles da drin.
Und für Autoreparaturen sollte man unserer Meinung nach auch definitiv einen Puffer zur Seite legen – gerade weil man in der Zeit ja in seinem Wohnmobil lebt und darauf angewiesen ist.

Drogerie ist denke ich selbsterklärend. Geschenke haben wir als eigene Kategorie aufgenommen, denn wenn man ein Jahr unterwegs ist, fällt ja zwangsläufig Weihnachten in diesen Zeitraum, fallen Geburtstage von Familien und Freunden in diesen Zeitraum – in unserem Fall waren wir während unserer Deutschlandaufenthalte auch auf 2 Hochzeiten. Daher haben wir das dieses Mal als eigene Kategorie mit aufgenommen.

Als nächstes Maut und Fähre. Eigentlich versuchen wir, wann immer es geht, auf Maut-freien Straßen unterwegs zu sein. Da sieht man einfach mehr und wir hatten ja Zeit. Trotzdem gab es hier und da Situationen, in denen wir nicht drum herum gekommen sind. Die beiden großen Brücken zwischen Dänemark und Schweden zum Beispiel. Die allein haben knapp 90 € gekostet. Auf dem Rückweg haben wir die Fähre genommen, die mit 97 € nur minimal teurer war.
Auf dem langen Weg nach Griechenland und zurück sind wir auch einige Male über Mautstraßen gefahren. In Ungarn, Serbien und Bulgarien kommt man glaube ich auch kaum drumrum. Auch in Österreich hatten wir uns eine Vignette gekauft. Alles in allem hat sich das zu 386,51 € aufaddiert.

Was uns an dieser Stelle aufgefallen ist: Wir wollen nochmal sehr freudig anmerken, wie toll es doch ist, dass es die EU gibt und dass es den Schengen-Raum gibt. Man braucht keine Visa, der Camper muss bei Grenzübergängen nicht durch den Zoll, man braucht keine teuren Guides, um in bestimmte Länder überhaupt einreisen zu dürfen. Denn in Asien haben wir allein für diese Sachen – für Visa, Transitgebühren und Importabgaben – fast 4.000 € zahlen müssen! Das vergisst man manchmal schnell, weil die EU so normal geworden ist.

Auf der anderen Seite haben wir damals im Iran z.B. aber auch nur 5 Cent pro Liter Diesel bezahlt – also es hat alles seine Vor- und Nachteile. ;P

Dann Gas, also Propangas für Kochen, Warmwasser und Heizung. Das hat uns ganz schön überrascht, als wir die zusammengerechnete Position gesehen haben. Das ist uns im Laufe des Jahres gar nicht so bewusst gewesen, wie sehr sich das doch geläppert hat. Ich hatte noch auf dem Schirm, dass wir hier und da mal ein bisschen mehr bezahlt haben als üblich. Ganz am Anfang haben wir in Italien mal unsere deutsche Gasflasche in einem Campingladen am Gardasee getauscht und mussten dafür ein bisschen mehr hinblättern, weil wir auf die Schnelle keine Alternative gefunden haben.

Ab da hatten wir aber immer unsere beiden Adaptersets dabei, um die Flaschen möglichst überall auffüllen lassen zu können bzw. in Frankreich dann auch lokale Flaschen anschließen zu können. Trotzdem hat sich das alles in allem ganz schön aufaddiert. Wobei in den 305,91 € hier auch noch der Kauf von einem Adapterset und von einem Gasregler drin sind, der uns im Dezember in Frankreich kaputt gegangen ist.

Dann noch ein paar kurze Worte zu den übrigen Kategorien:

Aktivitäten. Das sind so Sachen wie die Fahrt mit einem Sessellift in einem Nationalpark in Schweden, der Eintritt in den oberen Bereich des Mont Saint-Michel in Frankreich oder auch mal ein Kinobesuch in einem kurzen Moment, als Corona das zuließ. Der größte Anteil sind aber tatsächlich Parkgebühren. Also wann immer wir fürs Parken zahlen mussten, weil wir uns eine Stadt angeschaut haben oder irgendeine Sehenswürdigkeit, dann haben wir die Kosten auch hier unter Aktivitäten aufgeführt. Auch hier fällt auf: wir waren zwar in einer ganzen Reihe von Städten, aber haben eigentlich keine Museen, keine Ausstellungen, keine klassischen Touristenattraktionen oder sowas besucht. Auch das ein Zeichen der Pandemie. Dieser Posten könnte sonst auch schnell sehr viel höher sein.

Telekommunikation. In Italien, Griechenland und Schweden haben wir uns jeweils lokale SIM-Karten gekauft, um ausreichend Datenvolumen zu haben. Seit Frankreich im letzten Herbst haben wir jetzt einen Tarif mit unlimitiertem Datenvolumen aus Deutschland mit entsprechendem EU-Roaming. Mal schauen, wie lange das mit der Fair-Use-Policy gut geht. Wir nutzen den jetzt seit 6 Monaten problemlos und haben jeden Monat wahrscheinlich so 400-500 GB Durchsatz. Sollte das irgendwann vielleicht doch nicht mehr klappen, ist der aber auch monatlich kündbar.

Dann eine Position, die für den ein oder andere ganz interessant sein könnte und die sehr einfach auch eine der teuersten Positionen sein KÖNNTE: die Ausgaben für Stellplätze. Ja, das ist kein Schreibfehler, wir haben in 365 Tagen – also 364 Nächten – in Europa tatsächlich nur 165,50 € für Stellplätze ausgegeben. Knapp über 100 € davon in Griechenland, wo wir nach der Einreise im Januar damals eine Woche in häusliche Quarantäne mussten, was coolerweise auch im eigenen Camper auf einem Campingplatz ging.
Die übrigen rund 60 € sind in Frankreich angefallen, Ende November, Anfang Dezember, als wir eine ganze Weile in einer richtigen Schlechtwetterfront festsaßen, wo wir arbeiten mussten und uns einfach der Strom ausgegangen ist. Da haben wir uns dann für ein paar Tage auf einen Stellplatz mit Stromanschluss gestellt. Abgesehen davon haben wir IMMER Freigestanden. Und das hat in allen Ländern – sei es Italien, sei es Griechenland, sei es Schweden, sei es Frankreich – sehr sehr gut funktioniert. Wir hatten nirgendwo Probleme. Wir waren in den meisten Ländern zur Nebensaison unterwegs, das muss man auch sagen, das hilft da ja auch. Aber wie gesagt: das hat sehr gut funktioniert und das spart natürlich direkt einen wahnsinns Betrag. Auch wenn das bei uns nicht der Hauptgrund ist, warum wir das gerne so machen.

Die PCR-Tests waren für die Einreise nach Griechenland damals; Wäsche waschen erklärt sich denke ich von selbst. Dafür haben wir immer Waschsalons aufgesucht oder aber natürlich auch unsere Heimatbesuche genutzt. 

Und unter Sonstiges haben wir alles zusammengefasst, was nicht so recht in eine der anderen Kategorien gepasst hat. Da stecken dann auch so Sachen drin, wie zwischendurch mal ein paar Klamotten, Schuhe, ein neues Handy Ladekabel, Trinkflaschen oder auch das Trinkgeld an die netten Bauarbeiter, die uns damals in Frankreich geholfen haben, als wir uns festgefahren hatten. ;P

Und dann ganz zuletzt zum Abschluss noch eine Sonderkategorie. Nämlich alle Kosten, die wir in dem Jahr für unsere Videoproduktion aufgewendet haben. Also für neues Equipment, für Festplatten, für neue Mikrofone, für ein Kameraobjektiv, das uns in Griechenland leider kaputt gegangen ist, für insgesamt 3 (!) Drohnen, nachdem ich sowohl in Italien, als auch in Griechenland leider jeweils eine im Wasser versenkt habe – wo ich mir immer noch keine Schuld zuschreibe, sondern irgendeinen komischen technischen Defekt verantwortlich mache. Und auch für ein neues Macbook für Tina, was nötig geworden ist, weil wir inzwischen ja nicht nur sehr viel häufiger Videos schneiden, sondern auch versuchen, mehr und mehr auf 4K umzustellen. Da hat das 7 Jahre alte Macbook einfach nicht mehr mitgemacht. Am liebsten würden wir eigentlich auch noch ein zweites kaufen, damit wir beide parallel an Videos arbeiten können, aber leider sind die Teile ja immer direkt so sau teuer.

Und so wundert es nicht, dass diese Position zusammengenommen am Ende des Tages tatsächlich auch die teuerste Kategorie von allen ist. Ihr seht es, 3.867,84 €.
Und das haben wir hier gesondert ausgewiesen, da das natürlich ein Posten ist, den die wenigsten von euch haben werden. Und den wir dann auch gleich für die Berechnung der Kosten pro Land bzw. für die Kosten pro Tag rausrechnen werden, weil die ja eigentlich nichts mit den typischen Ausgaben pro Land oder Tag zu tun haben.

Aber vorher rechnen wir einmal alles zusammen. Bei den variablen Kosten liegen wir insgesamt also bei 15.657,68 € über das gesamte Jahr hinweg. 

Kosten pro Tag

Für die Berechnung unserer Kosten pro Tag nehmen wir jetzt die gerade genannten Sonderkosten für unser Arbeitsequipment raus, da die ja eben nichts mit den klassischen Ausgaben pro Tag in den jeweiligen Ländern zu tun haben. Wenn man all diese Ausgaben aufaddiert kommt man insgesamt auf 11.789,84 € beziehungsweise 32,30 € pro Tag.

Das ist alles in allem ein ganz kleines bisschen teuer als während unserer großen Tour durch Asien. Aber immer noch etwas günstiger, als wir ursprünglich geplant hatten. Wir waren am Anfang von ungefähr 45 € pro Tag ausgegangen und hatten auf Grundlage dessen hochgerechnet, wie lange wir wohl würden reisen können.
Das ging also länger als erwartet. Und dann ist irgendwann auch noch hinzugekommen, dass wir inzwischen ja auch mit dem Reisen bzw. vielmehr mit der Erstellung von Reise-Content ein bisschen Geld verdienen – so können wir auch heute, nach insgesamt schon 3 Jahren ‘on the road’ noch immer unterwegs sein. Mega gut!

Kosten pro Land

Die Kosten pro Tag in den einzelnen Ländern haben sich dabei eigentlich nur sehr gering voneinander unterschieden. In Asien hatten wir da teilweise noch sehr sehr große Unterschiede. Da gibt es einfach Länder, die sehr viel günstiger sind, als andere. Im Iran haben wir damals z.B. nur 9,72 € pro Tag ausgegeben. Und das, obwohl wir da 4.500 km durchs Land gefahren sind. Aber Diesel hat da eben auch nur 5 Cent pro Liter gekostet – da geht sowas dann.

In Europa gibt es solche extremen Ausreißer natürlich nicht, aber wir hätten eigentlich schon damit gerechnet, dass z.B. Schweden ein ganzes Stück teurer sein würde als Griechenland. Aber das war nicht so. Die Kosten pro Tag sind über die einzelnen Ländern hinweg eigentlich überraschend nah beieinander. 

Lasst uns einen kurzen Blick auf die einzelnen Länder werfen:

Als erstes die Schweiz: Da waren wir nur 5 Tage. Das ist also nur sehr bedingt repräsentativ.

Im Anschluss waren wir in Italien. Und zwar 52 Tage lang. In der Zeit sind wir ungefähr 5.200 km gefahren. Wir haben uns ein paar Städte angeguckt, waren z.B. in Rom, was man in den Aktivitäten sieht. Haben uns damals, wie gesagt, noch eine lokale SIM-Karte gekauft. Haben verhältnismäßig teuer Gas getauscht; sind auf dem langen Rückweg von Süditalien nach Deutschland kurz vor Weihnachten ausnahmsweise auch über Mautstraßen gefahren. Sowas.

Dann Griechenland. Da waren wir am längsten, genau 100 Tage im Frühjahr. Vor Ort sind wir tatsächlich gar nicht sooo viele Kilometer gefahren, aber hier sind auch die lange Anfahrt von und nach Deutschland drin. Das sind ja alleine rund 4.500 km. Und das ist auch, wo die Mautgebühren angefallen sind.

Den Campingplatz hatten wir erwähnt, die Autoreparatur, also den Austausch der Bremsklötze und des Wasserhahns auch. Alles andere ist im Grunde selbsterklärend denke ich. Und wie gesagt, wenn ihr euch diese einzelnen Tabellen nochmal in Ruhe anschauen wollt, dann schaut auf unsere Webseite, da werden wir die hochladen.

Nach Griechenland waren wir in Schweden. Leider nur knapp 7 oder 8 Wochen. Das war wirklich wahnsinnig schön. Und ja, ein ganz kleines bisschen teurer als Italien und Griechenland, aber der Unterschied ist sehr marginal. Wir haben schon einen Unterschied in den Preisen festgestellt. Sowohl in den Supermärkten, als auch an den Tankstellen. Aber auf der anderen Seite: auch in Schweden gibt es Lidl. Da sind die Preise wirklich nicht viel höher als in Deutschland. Klar, ein paar Sachen schon, Alkohol als bekanntes Beispiel. Aber da haben wir weitestgehend drauf verzichtet. Und weil wir die meiste Zeit einfach draußen in der Natur unterwegs waren, in den vielen vielen unfassbar schönen Nationalparks, hatten wir wahrscheinlich einfach gar keine Zeit, wirklich Geld auszugeben. 😜

Tatsächlich haben wir z.B. auch Stockholm übersprungen, weil wir da vor ein paar Jahren schonmal waren. Das hätte die Kosten sonst sicher auch nochmal erhöht. Auf der anderen Seite sind wir alles in allem auch recht viele Kilometer gefahren – einmal komplett hoch bis in den äußersten Norden und wieder zurück. Und dafür sind 29,51 € pro Tag echt kein schlechter Wert. Man muss sich also nicht abschrecken lassen von den vermeintlich hohen Kosten, finden wird.

Dann nur ein ganz ganz kurzer Blick auf Frankreich. Da gibt es kaum was wirklich Besonderes zu berichten. Außer dass es wirklich super schön und überraschend abwechslungsreich war. Wir sind inzwischen große Fans von Frankreich und sind auch jetzt gerade wieder in Frankreich, wo wir hier dieses Video filmen.

Und dann ganz zuletzt ein Blick auf Deutschland: Über die gesamte Zeit hinweg waren wir insgesamt tatsächlich 68 Tage in Deutschland. Wie gesagt: wir waren zu zwei Hochzeiten eingeladen, auch zu einer Taufe, wollten auch über Weihnachten Zuhause sein – alles Termine, die wir nicht verpassen wollten, vor allem, weil wir das Jahr davor ja schon nicht Zuhause waren.

Zusätzlich hatten wir gerade im Winter damit zu kämpfen, dass wir eigentlich nach Spanien wollten, das aber zu der Zeit wegen Corona nicht sinnvoll ging. Das haben wir versucht ein kleines bisschen auszusitzen, bevor wir dann irgendwann doch auf Griechenland umgeschwenkt haben. So sind letztlich eben ganze 68 Tage zusammengekommen.

Und unsere Zeit in Deutschland waren letztlich auch die teuersten Tage. Das liegt vor allem daran, dass es natürlich immer in Deutschland war, wo wir neue Dinge in unseren Camper eingebaut haben, wo wir Dinge auch mal online bestellen konnten, wo wir die meisten Geschenke gekauft haben, wo wir den PCR-Test haben machen lassen und all solche Sachen. Und so ist Deutschland mit 52,96 € eben so ein bisschen der Ausreißer nach oben. 

 

Gesamtkosten

Wenn man all diese Kosten hier zusammenrechnet und mit den Quasi-Fixkosten vom Beginn addiert, dann kommt man insgesamt auf 19.821,75 €. Das ist der Betrag, den wir über das komplette letzte Jahr hinweg ausgegeben haben. Da ist wirklich alles drin. Und das ist natürlich der Wert für uns beide zusammen.

Pro Person sind das also theoretisch nur knapp 9.900 € für ein ganzes Jahr. Oder eben 825,91 € pro Person pro Monat. All inclusive und inklusive Urlaub. Davon muss man in Deutschland auch erst einmal leben können.

Nicht unerwähnt lassen wollen wir dann ganz zuletzt noch, dass wir von vornherein immer mit einem Puffer geplant haben. Wir haben vor der Reise – schon vor der Asien-Reise – jeder 3.000 € zur Seite gelegt für Notfälle, für die Zeit nach der Rückkehr, also als Überbrückung, falls die Jobsuche länger dauern sollte oder so. Auch das ist etwas, das wir grundsätzlich empfehlen würden. Klar, es ist keine konkrete Ausgabe und vielleicht braucht man es nicht, aber nochmal: empfehlen würden wir so eine Position auf jeden Fall.

Fazit

Was meint ihr? Habt ihr mit MEHR gerechnet? Habt ihr vielleicht sogar mit WENIGER gerechnet? Habt ihr vielleicht AUCH schon einmal SELBST 1 Jahr ‘on the road’ verbracht und ganz andere Erkenntnisse gewonnen? Schreibt es uns gerne unten in den Kommentaren. 

Wir hoffen, dieser Beitrag konnte euch ein paar nützliche Informationen mit auf den Weg geben  und verschafft euch einen Anhaltspunkt vielleicht für eure eigenen Planungen, falls ihr mit dem Gedanken spielt, etwas Ähnlich in Angriff zu nehmen. Das können wir auf jeden Fall nur wärmstens empfehlen – ein Roadtrip durch Europa ist wirklich ein Erlebnis! Wir können auf jeden Fall noch immer nicht genug davon kriegen. 😜

Danke fürs Zuschauen. Wenn ihr noch Fragen habt, schreibt sie unten in die Kommentare.

Wir werden dann versuchen, euch darauf zu antworten.
Und wenn ihr uns weiter auf unseren Reisen begleiten wollt, dann abonniert auch gerne unseren YouTube-Kanal. Wir sind gerade auf dem Sprung nach Spanien – da waren wir mit dem Camper bisher noch nie. Wir sind SEHR gespannt und werden versuchen, uns schon am nächsten Sonntag mit einem ersten Video aus Spanien zu melden.

Und damit: Viele liebe Grüße und bis zum nächsten Mal!

Hier nochmal der Link zum Video:

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🎥 Auch als YouTube-Video verfügbar! Wir haben diesen Beitrag vor allem als Video produziert - mit vielen begleitenden Videosequenzen. Ein Klick auf das Bild oben bringt euch zum Video auf unserem YouTube-Kanal.

Ein Kommentar

  • Christine

    Den Puffer für Autoreparaturen erachte ich als absolut sinnvoll. Das Wohnmobil muss während der ganzen Zeit eben in guter Form sein. Wir hatten damals Probleme als wir mit dem Wohnmobil an der Grenze standen, und es nicht mehr funktioniert hat.

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