2021,  Europa,  Frankreich

NORMANDIE – mit dem WOHNMOBIL in FRANKREICH – Roadtrip & Stellplätze – von Honfleur zum Omaha Beach – Frankreich Part III

Nachdem wir uns in den letzten Tagen die beeindruckende Steilküste von Fecamp und die Felsformationen und Torbögen von Etretat angesehen und danach von einem tollen Freistehplatz aus unsere Drohne über der Seine haben schweben lassen, fahren wir in diesem Video weiter an der Küste entlang Richtung Süden. Wir besichtigen das kleine, äußerst fotogene Fischerdorf Honfleur, machen einen Strandspaziergang im Badeort Deauville, verbringen ein paar Tage auf einem wundervollen Stellplatz an der Steilküste, haben leider mal wieder Probleme mit unserer Drohne und besuchen zum Abschluss den geschichtsträchtigen Omaha Beach. Viel Spaß!

Honfleur

Es ist Montag, der 11. Oktober 2021. Nach ein paar Tagen auf dem tollen Stellplatz am Kanal von Tancarville direkt neben der Seine, machen wir uns wieder auf den Weg. Um weiter Richtung Süden zu kommen, müssen wir zunächst über die Seine, die hier im Mündungsgebiet mehrere hundert Meter breit ist. In Le Havre wird sie von der einst längsten Brücke Europas, der über 2 km langen Pont de Normandie überspannt. Wir hingegen fahren über die Pont de Tancarville, die wir in den letzten Tagen von unserem Stellplatz aus schon immer begutachten konnten (und die mit 1.400 m noch immer eine lange Brücke ist). Die Überfahrt kostet 3,30 € Maut, aber dafür spart man sich einen gut einstündigen Umweg ins Landesinnere.

Wir stocken unsere Lebensmittelvorräte im nächsten Aldi auf und fahren dann ins wenige Kilometer entfernte Honfleur. Das Fischer-Städtchen, das mit seinen gut 7.000 Einwohnern*Innen an der Mündung der Seine in den Ärmelkanal liegt, gilt als einer der reizvollsten Orte der Normandie. Es besticht durch seinen kleinen Hafen im Stadtzentrum, die umliegenden, pittoresken Fachwerkhäuser, seine schmalen süßen Gassen und die Überreste einer Befestigungsanlage aus dem 17. Jahrhundert. 

Bekannt ist Honfleur vor allem auch, da die kleine Stadt seit jeher viele namhafte Maler und Künstler angezogen hat, die sich von der malerischen Atmosphäre der Stadt und der Seinemündung haben inspirieren lassen.

Ein Highlight Honfleurs ist zudem auch die Kirche Sainte Catherine, die größte aus Holz gebaute Kirche Frankreichs. Sie stammt aus dem 15. Jahrhundert und ist in ihrer Konstruktion an zwei nebeneinanderstehende Schiffsrümpfe angelehnt.

Wir schlendern einen Nachmittag lang durch die Stadt, genießen die entspannte Stimmung und die ansehnlichen Bauwerke und können einen Besuch Honfleurs wärmstens empfehlen. In fußläufiger Entfernung zum Hafen und kleinen Stadtzentrum gibt es übrigens auch einen Stellplatz für Wohnmobile mit Ver-/Entsorgung und Strom, für alle, die das brauchen.

Deauville

Von Honfleur aus folgen wir der Küste in Richtung Südwesten und erreichen nach wenigen Kilometern den Ort Deauville. Schon bei der Durchfahrt fällt uns auf, dass Deauville irgendwie besonders ist. Die Stadt, die eigentlich nur rund 3.500 Einwohner*Innen hat, scheint gefühlt nochmal mindestens doppelt so viele Hotels und Ferienwohnungen zu haben. Und die sind häufig aufwändig gestaltet, vielfach in märchenhafter Fachwerk-Architektur und reihen sich an der langen Strandpromenade auf.

Deauville ist ein international bekanntes Seebad. Während des jährlich stattfindenden amerikanischen Filmfestivals kann man hier allerhand Weltstars treffen. Und auch wenn der kilometerlange Sandstrand jetzt im Herbst nur Hartgesottene zum Baden einlädt, legen wir zumindest einen kleinen Spaziergang entlang der Strandpromenade ein.

Stellplatz an der Steilküste von Longues-sur-Mer

Auch die kleinen Orte hinter Deauville entlang der Küste laden zum Verweilen ein. Aber dort fahren wir nur hindurch, da unser recherchierter Stellplatz für die Nacht rund 100 km weiter im Südwesten liegt. Auf dem Weg dorthin, halten wir an einem riesigen Cora-Supermarkt. “Aber ihr wart doch schon heute Morgen einkaufen” mag sich jetzt der/die eine oder andere von euch erinnern. Stimmt! Aber wir halten dort nicht zum Einkaufen, sondern weil die App park4night auf dem Supermarkt-Parkplatz eine kostenlose Ver- und Entsorgungsstation anzeigt.

Und tatsächlich – gut ausgeschildert am Rande des riesigen Parkplatzes befindet sich eine Entleerungsmöglichkeit für die Toilette und den Grauwassertank, zwei Wasserhähne für Frischwasser und tatsächlich auch zwei Steckdosen, sollte man seine Wohnraumbatterie aufladen wollen. Chapeau Frankreich, für eine so tolle Camper-Infrastruktur (und diese Station ist kein Einzelfall, wie wir inzwischen wissen).

Am frühen Abend kommen wir in Longues-sur-Mer an, bzw. vielmehr an der Steilküste wenige Kilometer außerhalb des kleinen Ortes. Wir fahren über eine Schotterpiste und kommen zu einer kleinen Grasfläche wenige Meter vor den Klippen, die sich hervorragend als Stellplatz eignet. Von hier führt ein kleiner Wanderweg in beide Richtungen der Küste – aber Zeichen von Zivilisation sind weit und breit nicht in Sicht.

Zu diesem Zeitpunkt wissen wir noch nicht, dass wir fast eine ganze Woche hier bleiben würden. Das liegt an mehreren Dingen. Einerseits haben wir ein paar Projekte vor uns hergeschoben, die wir jetzt mal langsam angehen müssen. Noch können wir euch nicht davon erzählen, aber sobald wir können, werden wir das machen. Fakt ist: wir verbringen viel Zeit vor unseren Laptops, schreiben Texte und E-Mail, bearbeiten Fotos und Videos und brainstormen zu Ideen.

Ein zweiter Grund für unseren langen Aufenthalt ist, dass wir hier leider endgültig feststellen müssen, dass sich bei unserer Drohne wieder einmal der Technikteufel eingeschlichen hat. Der Gimbal unserer DJI Mavic Air scheint kaputt zu sein und vibriert immer wieder unkontrolliert. Manchmal ist es okay, aber dann plötzlich vibriert die Kamera wieder super stark. Und dann sind die Aufnahmen natürlich komplett verwackelt und im Grunde unbrauchbar.

created by dji camera

Tatsächlich haben wir das bei den letzten Flügen hier in Frankreich schon festgestellt. Am Anfang konnte ich das Vibrieren immer noch stoppen, indem ich einmal eine ruckartige Bewegung geflogen bin. Aber mit der Zeit ist es immer häufiger aufgetreten und lässt sich inzwischen nur noch ganz selten komplett stoppen. Bei den letzten Flügen ist es nun bei 90-95 % der Flugzeit aufgetreten.

Ich hab inzwischen gegoogelt und es scheint tatsächlich ein bekanntes Problem bei einigen DJI-Drohnen zu sein. Irgendwie ein Mix aus Hardware- und Software-Problem und im Grunde hilft nur ein Wechsel des kompletten Kamera-Gimbals. 

Diejenigen, die uns schon länger verfolgen, wissen, dass wir diese Drohne hier auch schon nur gebraucht gekauft haben. Heißt, wir haben keine Garantie, Gewährleistung o.Ä. mehr. Und der Gimbal ist natürlich auch das mit Abstand teuerste Bauteil der gesamten Drohne. Diesen also einzeln zu kaufen und zu versuchen ihn einzubauen macht im Grunde keinen Sinn.

Und damit ist für uns die Ära DJI Mavic Air nun endgültig vorbei. Es ist jetzt schon die dritte, die wir haben. Und ich sag nicht, dass das schlechte Teile sind. Ganz und gar nicht – die Drohnen von DJI sind überragend. Die erste, die wir hatten, hatten wir beinahe 3 Jahre, damit sind wir super viel geflogen und die hat auch einige Crashs gut überstanden. Aber dann hatten wir leider 2x kurz hintereinander das Problem, dass sie in den automatischen Sinkflug gegangen ist und ins Wasser gestürzt ist. Dazu jetzt noch der defekte Gimbal. Außerdem ist die Funkverbindung der Mavic Air recht schwach, was aber auch verständlich ist, denn die Drohne ist nun mal noch mit der Technologie von 2017 ausgestattet. Da ist natürlich eine Menge passiert seitdem. 

Da wir aber definitiv nicht ohne Drohne sein wollen, entscheiden wir, uns nun eine neue zu bestellen. Nach langem Abwägen entscheiden wir uns für die DJI Mini 2, denn die macht einen äußerst guten Eindruck für ihren Preis. Natürlich haben wir auch sehr mit den größeren, leistungsstärkeren Modellen geliebäugelt, aber wir wollen sicherstellen, dass wir für den Mont-Saint-Michel auf jeden Fall wieder eine Drohne haben und für so einen kurzfristigen Kauf wären die größeren Modelle dann doch echt happig vom Preis gewesen. Daher jetzt die Mini 2, die dürfte für die allermeisten Fälle erstmal ausreichen. 

Jetzt sind wir gespannt und hoffen, dass sie fix ankommt, damit wir dann für den Mont-Saint-Michel gewappnet sind. Ich freue mich vor allem auch auf die größere Reichweite bzw. die vermeintlich deutlich bessere Stabilität der Funkverbindung. Wir werden berichten, wie es damit weitergeht. Und wenn jemand eine Mavic Air als Ersatzteillager braucht, dann meldet euch gerne bei uns, denn bis auf die Kamera funktioniert sie noch einwandfrei. 🙂

Letztlich kein Grund für unseren längeren Verbleib aber definitiv ein sehr toller Zufall ist zuletzt noch die Tatsache, dass uns Steffi & Arne von “@sometime.is.now” besuchen kommen. Die beiden, die sich einen Mercedes Sprinter 4×4 zum Reisemobil ausgebaut haben, kennen wir bisher nur via Instagram. Schon länger stehen wir sporadisch in Kontakt und als wir feststellen, dass wir gerade zufällig im gleichen Teil Frankreichs unterwegs sind, verabreden wir uns für ein Treffen. Es ist immer wieder schön, andere Reisende zu treffen – und doppelt schön, wenn man sich dann auch noch so gut miteinander versteht. Die zwei Tage, die wir gemeinsam auf diesem tollen Stellplatz verbringen, sind wirklich lustig und toll.

Und zum Abschluss noch ein etwas ernsteres Thema. Während einer Jogging-Runde entdecke ich ein paar hundert Meter von unserem Stellplatz entfernt zufällig einige Verteidigungsanlagen aus dem 2. Weltkrieg. Die gut erhaltenen Bunker und Angriffsbatterien der Deutschen Wehrmacht, in denen sogar teilweise noch die mit Einschusslöchern übersäten Geschütze stehen, sind sehr beeindruckend und lassen einen ein kleines bisschen erahnen, wie es hier damals zugegangen sein muss. Wenn ihr hier in der Gegend seid, empfehlen wir euch definitiv, hier einen Stopp einzulegen.

Omaha Beach

Am 18. Oktober, nach sechs Nächten an der wunderbaren Steilküste vor Longues-sur-Mer und vielen traumhaften Sonnenuntergängen, zieht es uns aber schließlich weiter. Wir müssen nicht nur mal wieder unsere Vorräte aufstocken, sondern wollen natürlich auch weiter, um mehr von Frankreich und der Normandie zu erleben. Ein Quasi-Pflicht-Stopp in der Normandie ist für viele der Omaha-Beach.

Vielen dürfte der Omaha Beach in der Normandie eventuell bekannt vorkommen. Und wenn das so ist, dann liegt das vermutlich nicht unbedingt daran, dass es sich beim Omaha Beach um einen breiten, langen und eigentlich sehr schönen Sandstrand handelt. Vermutlich liegt es dann vielmehr daran, dass der Omaha Beach ein äußert geschichtsträchtiger Ort ist. Im Juni 1944 gingen an diesem kilometerlangen Strand nämlich die alliierten Truppen an Land, um Frankreich von der Besatzung durch die Deutsche Wehrmacht zu befreien.

Was in die Geschichtsbücher eingegangen ist, wird heute als D-Day bezeichnet und beschreibt einen Tag, an dem zigtausende Soldaten innerhalb weniger Stunden ihr Leben an diesem Strand verloren haben. Die Deutschen, verbarrikadiert in ihren Bunkeranlagen und Geschützständen, waren gut vorbereitet auf einen Angriff. Hinzu kam, dass aufgrund des  überraschend schlechten Wetters die angloamerikanische Luftwaffe gar nicht erst merklich eingreifen konnte und viele Soldaten bereits vor dem eigentlichen Erreichen des Strandes ertranken oder erschossen wurden. 

Letztlich konnten die alliierten Kräfte zwar einen Sieg erringen und damit die Befreiung Frankreichs einleiten, jedoch waren die Verluste enorm. Denkmäler und Friedhöfe mit häufig anonymen Grabsteinen zeugen noch heute von diesem dunklen Tag des Zweiten Weltkrieges. 

Mit diesem Wissen im Hinterkopf besuchen wir den Omaha Beach an einem leider sehr regnerischen Tag, was die Stimmung, die hier sowieso schon herrscht, nochmal unterstreicht.

Und damit kommen wir nun auch schon wieder zum Ende des heutigen Beitrags. In der Zwischenzeit sind wir weitergezogen, sind der Küste der Normandie weiter gefolgt und haben sogar bereits den faszinierenden Mont-Saint-Michel besucht (er ist wirklich so überragend, wie erwartet). Aber davon berichten wir euch erst in den nächsten Beiträgen.

Für heute verabschieden wir uns und senden euch allerbeste Grüße aus Frankreich.

Tina & Dirk

Link zu YouTube: https://youtu.be/EGah-iiPFrI

5 Kommentare

  • Susanne Jupe

    Guten Morgen,
    ihr seid fast auf der gleichen Strecke wie wir im September unterwegs 🙂 Ich folge euch gerne und bin auf weitere Berichte gespannt.
    Wir hatten auch eine Drohne dabei, die DJI Mini 2. Vom Sohn ausgeliehen und mit sämtlichen Anfängerfehlern belastet konnte ich sie unbeschadet wieder nach Hause bringen. Am Le Mont St. Michel habe ich mich erst nicht getraut, sie zu starten, weil dort eine Flugverbotzone ist, aber da fliegen so viele Drohnen rum, dass unsere gar nicht mehr aufgefallen ist 🙂 Man muss sich wirklich nur trauen:) Am Michel ist es tatsächlich herrlich, mir hat es super gut dort gefallen.
    Ich bin gespannt, wohin es euch noch verschlägt.

    Liebe Grüße
    Susanne

  • Marlies Schumann

    Hallo ihr Zwei,
    nachdem ich euch schon auf der Peloponnes gefolgt bin, lese ich jetzt eure Berichte aus der Normandie. Wir sind vor ein paar Jahren dort gewesen. Ich empfehle euch auch die Halbinsel Cotentin mit den schönen Orten Barfleur und Granville – ach, eigentlich sind dort alle Orte schön und die Landschaft auch. Weiterhin eine gute Reise und ich bin auf den Atlantikabschnitt zwischen Loire und Gironde gespannt, da wir im Juni 2022 in die Gegend fahren wollen, aber vorher geht es auf die Peloponnes.
    Liebe Grüße
    Marlies

    • Let's get otter here

      Hallo Marlies,
      ganz lieben Dank für deinen Kommentar und deinen Tipp. 🙂 Ganz viel Spaß auf der Peloponnes und in Frankreich in 2022!
      Liebe Grüße
      Tina und Dirk

  • Anja und Andre

    Hallo Ihr Zwei,
    wir verfolgen schon seit einiger Zeit Eure tollen Reisen und schauen jedes Video auf YouTube. Wir sind ganz neu seit April 2021 mit unserem Knaus Boxlife 600ME unterwegs und konnten schon viel bei Euch „abgucken“ 🙂 . Ihr habt uns auch mit Eurer Schwedentour dazu animiert, im September 2 Wochen durch Schweden zu fahren. Bis zum Fulufjället haben wir es geschafft und es war unglaublich schön. Bitte macht weiter so!!!!
    Eine Frage stellen wir uns bei jedem Video: Was hat es mit dem Spanngummi oben im Fahrerhaus auf sich?
    Alles Gute für Euch und bleibt gesund!
    Liebe Grüße aus Friesland von der schönen Nordseeküste
    Anja und Andre

    • Let's get otter here

      Hallo ihr Zwei,

      ganz lieben Dank für euren Kommentar. 🙂 Das Spangummi im Fahrerhaus dient als Wäscheleine und zum Trocknen unserer Handtücher nach dem Duschen.

      Liebe Grüße

      Tina und Dirk

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