2021,  Europa,  Frankreich

ABSOLUTES HIGHLIGHT in der NORMANDIE – Le Mont Saint Michel – mit dem WOHNMOBIL in FRANKREICH🇫🇷 – Frankreich Part V

Im heutigen Video erreichen wir den faszinierenden Mont-Saint-Michel – das berühmte Aushängeschild der Normandie und eines der absoluten Highlights in ganz Frankreich. Wir schauen uns den Klosterberg von nah und fern an, besichtigen auch das Innere – und haben im Anschluss in Rennes, der Hauptstadt der Bretagne, ein paar große Neuigkeiten für euch. Viel Spaß!

Ungeplant zum Le Mont-Saint Michel

Es ist Montag, der 18. Oktober 2021 und gerade haben wir uns den geschichtsträchtigen Omaha Beach in der nördlichen Normandie angeschaut. Unsere Stimmung ist ein klein wenig gedrückt. Das liegt einerseits an den Geschehnissen, die hier an diesem Strand im zweiten Weltkrieg passiert sind (wir haben dazu in unserem vorletzten Blogeintrag geschrieben). Es liegt aber auch am Wetter: es hat gerade wieder einmal angefangen zu regnen und der Blick auf den Wetterbericht lässt vermuten, dass sich das auch in den nächsten 10 Tagen kaum ändern soll.

Aber Moment, es gibt einen kleinen Lichtblick. Denn rund um den etwa 150 km weiter südlich gelegenen Le Mont Saint Michel soll morgen noch einmal richtig gutes Wetter werden (Sonne und 23°C), bevor dann auch da die offensichtliche Schlechtwetterfront zuschlägt. Wir überlegen ein bisschen hin und her, aber dann ist die Entscheidung klar: obwohl die Sonne gerade schon langsam untergeht und wir auch eigentlich die nächsten Tage auf der Cotentin-Halbinsel hier in der nördlichen Normandie verbringen wollen, setzen wir uns ans Steuer (und auf den Beifahrersitz) und fahren Richtung Süden. 

Wenn ein Ort diesen Umweg wert ist, dann ist es wohl der Mont-Saint-Michel. Den “müssen” wir einfach bei guten Wetter besichtigen. Schließlich ist der berühmte Klosterberg vor der Küste Frankreichs einer der Hauptgründe dafür, dass wir überhaupt hier in die Normandie gefahren sind. Und er ist auch der Hauptgrund dafür, dass wir unsere defekte Drohne (auch davon haben wir im vorletzten Beitrag erzählt) so schnell wie möglich und ohne das Warten auf Sonderangebote ersetzt und gerade am Vortag bei der Post abgeholt haben. Dann wollen wir diese schmale Chance auf Sonnenschein jetzt auch nutzen. Also ab zum Le Mont-Saint-Michel, ab der Sonne hinterher!

Erster Drohnenflug mit der DJI Mini 2

Nach etwa 1:45 Std. Fahrt erreichen wir schließlich im Dunkeln den Ort Beauvoir, von dem man zu Fuß aus zum Mont-Saint-Michel gelangen kann (Autos sind dort verboten). Auf park4night finden wir einen Park- und Stellplatz etwas außerhalb des kleinen Ortes und vor allem abseits des großen, kostenpflichtigen Besucherparkplatzes (und sparen so 12,80 € in der Nebensaison bzw. 18,60 € in der Hauptsaison á 24 h für Wohnmobile). 

Vom Stellplatz aus, der am Ufer eines kleinen Flusses und an einer sehr wenig befahrenen Straße liegt, können wir am nächsten Morgen den Mont-Saint-Michel bereits in der Ferne erahnen. Da ich etwas früher wach bin als Tina, nutze ich die Gelegenheit, um unsere neue Drohne ein erstes Mal in die Luft zu schicken. Wir wollen ja wissen, ob sie überhaupt funktioniert, bevor wir sie gleich richtig einsetzen wollen.

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Zwei Dinge werden schnell klar. Erstens: die DJI Mini 2 ist deutlich leiser als unsere bisherige DJI Mavic Air. Das ist super! Sowohl die generelle Lautstärke ist geringer, als auch die Frequenz der Propeller ist angenehmer. Das ist echt ein Segen, denn die Mavic Air war schon wirklich sehr laut und unangenehm – nicht die besten Voraussetzungen, wenn man fliegen will, ohne andere Menschen zu stören.

Zweitens: die Mini 2 ist nicht ganz so leistungsstark wie die Mavic Air. Es weht ein leichter Wind und als ich versuche, sie gegen den Wind fliegen zu lassen, bleibt die Geschwindigkeit trotz Sport-Modus merklich hinter der von unserer alten Mavic Air zurück und die Drohne liegt etwas weniger stabil in der Luft. Bei gutem Wetter und wenig Wind ist das kein Problem, aber wenn man auch bei etwas Wind Aufnahmen machen will, muss man wirklich aufpassen, dass der Akku voll genug ist, damit die Drohne auch bei Gegenwind den Rückweg schafft. Ich muss ihr hier beim ersten Test direkt mal etwas entgegen laufen. 😉

Le Mont-Saint Michel

Wir frühstücken, packen all unsere Kamera-Akkus ein und machen uns dann auf den Weg. Das Wetter scheint wirklich gut zu werden – es ist kaum eine Wolke am Himmel und die Sonne entfaltet langsam ihre Kraft. Bis zum Mont-Saint-Michel sind es von hier etwa 4,5 km. Der Weg führt immer geradeaus am Fluss entlang, dann einmal über eine Staumauer und von dort über eine lange Brücke bis zum Fuße des Klosterbergs.

Bis zur Staumauer sind wir so ziemlich allein – danach wird es voller und voller. Aber das wundert wenig, denn nicht nur für uns ist der Mont-Saint-Michel ein Highlight und reizvolles Reiseziel – für viele andere auch. Und so gehört er zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in ganz Frankreich. 

Seit 1979 gehört der Klosterberg zum UNESCO-Weltkulturerbe und zieht Millionen von Touristen an. Über eine 2014 neu errichtete Brücke kann man trockenen Fußes zur Insel gelangen. Viele verbinden ihren Besuch aber auch mit einer Wattwanderung; der Tidenhub, also der Unterschied zwischen Ebbe und Flut, ist hier enorm. Mit 14m Höhenunterschied ist die Bucht um den Saint Mont Michel damit Schauplatz der stärksten Gezeiten Europas. Wer nicht aufpasst, kann schnell von Wasser umschlossen sein.

Der Klosterberg, der rund einen Kilometer von der Küste entfernt liegt und etwa 100 m in die Höhe ragt, ist seit dem 8 Jahrhundert bebaut. Der Legende nach erschien hier der Erzengel Michael dem damaligen Bischof und forderte ihn auf, auf der Felseninsel eine Kirche zu erbauen.

Was als religiöse Stätte begann, entwickelte sich in den folgenden Jahrhunderten zu einem opulenten Bau mit einer zentralen Klosteranlage, die bis heute hoch über der Insel thront. Pilgerreisende gingen hier ebenso ein uns aus wie Herzöge und Könige.

Nachdem der Klosterberg während der Französischen Revolution an Bedeutung verlor und sogar kurzzeitig zu einem Gefängnis umfunktioniert wurde, erstrahlt der Mont Saint Michel heute wieder in vollem Glanz. Er wird laufend restauriert und auch Mönche leben wieder durchgängig in der Abtei. 

Der Eintritt in den unteren Teil der Anlage ist auch tatsächlich kostenlos. Nur wer auch die zentrale Klosteranlage besuchen will, muss ein Ticket lösen. Die 11 € pro Person sind aber gut investiertes Geld, wie wir finden (wer Zutritt in diesen Teil will, muss am Eingang sein digitales Impfzertifikat vorlegen – ob auch ein Test reicht, wissen wir nicht).

Sonnenuntergang beim Mont-Saint-Michel

Insgesamt verbringen wir mehrere Stunden in und um den Mont-Saint-Michel herum. Am späten Nachmittag treffen wir dann am Fuße des Klosterbergs Steffi & Arne von @sometime.is.now wieder, mit denen wir vor ein paar Tagen schon einmal auf dem gleichen Stellplatz standen. Zusammen mit den beiden fahren wir mit dem kostenlosen Shuttlebus zurück aufs Festland und laufen dann das letzte Stück zurück zu unseren Vans.

Die beiden brechen direkt auf, da sie noch ein bisschen Strecke machen wollen (um wie geplant bis Mitte November in Südspanien anzukommen). Wir fahren auch direkt weiter, aber nur ein kleines Stück, um von einem Aussichtspunkt aus den Sonnenuntergang zu genießen.

Der Mont-Saint-Michel wird an diesem Abend leider nicht hell erleuchtet (was wir eigentlich dachten), aber auch so sind wir richtig happy. Der Tag war wirklich richtig cool. Wir hatten uns schon so lange darauf gefreut, endlich mal hierher kommen zu können und der Mont-Saint-Michel hat alles andere als enttäuscht. Es sieht einfach richtig cool aus, wie dieser Berg aus dem Meer erwächst – bzw. aus dem Watt, wenn gerade Ebbe ist.

Wir haben beide noch gut in Erinnerung, wie wir vor Jahren das erste Mal ein Bild vom Mont-Saint-Michel gesehen haben und direkt klar war: das müssen wir irgendwann mal live erleben. Und jetzt hat es endlich geklappt, richtig cool.

Über Umwege in die Bretagne - zumindest ein bisschen

Die Nacht verbringen wir anschließend im kleinen Ort Beauvoir. Hier gibt es, wenige hundert Meter von unserem letzten Übernachtungsplatz entfernt, einen offiziellen, kostenfreien Stellplatz für Wohnmobile. Den hatten wir am Abend zuvor gar nicht gesehen und normalerweise zieht es uns ja auch nicht unbedingt auf Plätze, auf denen schon ein paar andere Wohnmobile stehen. Aber an diesem Abend bläst ein extrem starker Wind umher, sodass wir uns über den Windschutz inmitten der anderen Wohnmobile und umliegenden Häuser freuen. Und dass ein Bäcker für das Baguette am Morgen direkt nebenan liegt, ist auch eine coole Sache. 🙂

Nach einem kurzen Frühstück brechen wir auf. Es geht zurück in den Norden, um nun die Cotentin-Halbinsel nachzuholen. Von diesem tollen Schlenker, der nach sieben Tagen letztlich wieder beim Mont-Saint-Michel endete, handelt unser kompletter Blogeintrag aus der letzten Woche:

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Die westliche NORMANDIE🇫🇷 – mit dem WOHNMOBIL in FRANKREICH – Roadtrip & Stellplätze Cotentin Halbinsel – Frankreich Part IV

Für alle, die wir jetzt verwirrt haben: sorry, aber für unsere Videoproduktion machte es so rum mehr Sinn. 🙂 

Aber nun zurück zum Hier und Jetzt: am 28. Oktober schließen wir damit nach etwas über vier Wochen unseren Roadtrip durch die Normandie ab. Wir lassen den Mont-Saint-Michel hinter uns und fahren weiter in die Bretagne. Die ist gar nicht so weit entfernt, denn der Mont-Saint-Michel liegt ziemlich genau auf der Grenze zwischen der Normandie und der Bretagne und so sind wir schon nach wenigen hundert Metern da. 😉

Auf die Bretagne mit ihrer irrsinnig langen, rauen Küste, ihrer abwechslungsreichen Natur und ihren pittoresken Orten haben wir uns schon lange gefreut. Zudem haben wir in den letzten Wochen super viele Tipps zu empfehlenswerten Ausflugszielen in der Bretagne bekommen. Und trotzdem entscheiden wir uns dazu, sie jetzt doch erst einmal auszulassen. 

Das verhältnismäßig kalte und regnerische Wetter der letzten Wochen hat uns klar gemacht, dass wir wohl doch 1-2 Monate zu spät dran sind, um den Norden Frankreichs noch bei gutem Wetter genießen zu können. Natürlich hat diese Jahreszeit auch ihr Vorteile – allen voran wenig Touristen und viele freie Stellplätze. Aber wir sehnen uns nun einfach nach Sonne und besseren Temperaturen. Die Bretagne werden wir zu einem späteren Zeitpunkt nachholen – vielleicht ja schon im Frühjahr auf dem Rückweg von Spanien, wenn wir dann noch ein bisschen Zeit haben sollten.

Jetzt schlagen wir aber erstmal den Weg in Richtung Süden ein.

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Rennes

Wir überspringen die Bretagne aber nicht komplett. Denn auf unserem Weg in den Süden kommen wir an Rennes, der Hauptstadt der Bretagne vorbei. Und da wir gelesen hatten, dass die Stadt eine tolle Altstadt haben und sehr sehenswert sein soll, wollen wir sie uns nicht entgehen lassen. Wir finden einen guten Parkplatz in der Nähe des Zentrums und laufen los.

In Rennes leben rund 220.000 Menschen, was die Stadt zur elft-größten Stadt Frankreichs macht. Geprägt ist sie vor allem durch ihre vielen mittelalterlichen Fachwerkhäuser. Einen sehr passenden Kontrast dazu bilden die etwa 68.000 Studierenden, die der Stadt einen frischen, modernen Flair verleihen. Man könnte sagen: Rennes vereint das Beste aus beiden Welten: imposante, historische Gebäude aus unterschiedlichen Epochen; gepaart mit buntem Treiben in hippen Cafés, Designer-Boutiquen und Szene-Restaurants. 

Uns gefällt unsere kurze Tour durch die Altstadt wirklich richtig gut!

Stellplatz am See

Am späten Nachmittag sind wir zurück an unserem Camper. Da wir noch Lust haben – und da es sowieso nicht so leicht ist, in großen Städten ruhige Stellplätze zu finden – fahren wir im Anschluss noch ein Stück Richtung Süden. Im rund 80 km entfernten Ort Héric zeigt uns park4night einen Stellplatz an einem See, den wir daraufhin anvisieren. Wenig später stehen wir hier und verbringen eine ruhige, angenehme Nacht:

Und genau hier beenden wir nun auch den heutigen Blogeintrag. In der nächsten Woche nehmen wir euch mit auf unseren Weg weiter in Richtung Süden und zurück zur Küste.

Bis es soweit ist, senden wir euch liebe Grüße aus der Ferne und hoffen, dass es euch allen gut geht!

Tina & Dirk

Link zu YouTube: https://youtu.be/MaonaMPigso

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