Deutschland,  Europa,  Italien,  Kroatien

#1 Von Deutschland nach Kroatien

Am 30 Mai 2019 um 7.00 Uhr morgens war es endlich soweit – wir sind in unseren Campervan gestiegen und losgefahren! Einfach losgefahren. Aber nach Monaten der Planung und Vorbereitung, nach endlosen Recherche-Stunden, den letzten Tagen auf der Arbeit, dem „Auf Wiedersehen“-Sagen zu Freunden und Familien sind wir tatsächlich losgefahren. Losgefahren in Richtung Asien, das wir im Laufe des nächsten Jahres durchqueren wollen. Von Deutschland nach China, von Pakistan nach Thailand, von Laos in die Mongolei und von Russland zurück nach Europa. Ungefähr so

Flughafen Frankfurt

Zunächst sind wir aber in kleinen Schritten losgefahren, denn die ersten vier Tage sollten wir Deutschland noch nicht verlassen. Als erstes Ziel haben wir den Flughafen in Frankfurt in unser Navi eingegeben. Nein, wir wollten natürlich nicht unseren Campervan gegen Flugtickets nach Asien eintauschen. Vielmehr ging es darum, Dirks Eltern abzusetzen, die von hier in ihren wohlverdienten Urlaub starteten. Und da Frankfurt sowieso auf unserer Route gen Süden lag, haben wir unser Abfahrtsdatum kurzerhand angeglichen. Am Flughafen angekommen heißt es ein letztes Mal Abschied nehmen und sich gegenseitig eine gute Reise zu wünschen.

München

Wenige Minuten später sind wir allerdings schon wieder auf der Autobahn. Dieses Mal führt uns das Navi nach München. Hier in der bayerischen Landeshauptstadt besuchen wir unsere Freunde Gesa und Stephan und verbringen gemeinsam ein wundervolles Wochenende. Wir schlendern durch den Englischen Garten, schauen uns die Surfer auf der Eisbach-Welle an, Blicken vom Café im Vorhoelzer Forum über die Dächer der Stadt, verputzen Hax’n im Biergarten, quizzen uns durch die Nacht (Wahnsinn, wie viele Filmsongs Tina so kennt) und genießen die Schönheit des Starnberger Sees bei perfektem Sommerwetter. Ein traumhaftes Wochenende – auch an dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank für die Einladung, ihr zwei!

Venedig

Und dann ging es tatsächlich raus aus Deutschland. Über den Brenner sind wir durch Österreich nach Italien gefahren. Eigentlich stand Italien gar nicht auf unserer ursprünglichen Route. Als sich vor einigen Wochen jedoch die Möglichkeit ergab, in Venedig Kae, einen Freund von Dirk aus Singapur, wieder zu treffen, haben wir diesen kleinen Schlenker noch mit eingeplant. Das fiel uns leicht, da Venedig immer eine Reise wert ist und Tina die Stadt noch nie besucht hatte. Außerdem hatten wir so einen weiteren Grund, auch noch kurz am Gardasee vorbeizufahren. 🙂

Istrien, Kroatien

Von Venedig aus ging es direkt weiter nach Kroatien. Hier waren wir nicht mal zwei Stunden und schon wurden wir von Einheimischen zu unserem ersten selbstgebrannten Schnaps eingeladen. =) Wir steuerten gerade unseren ersten Übernachtungsplatz in Kroatien an – endlich direkt am Meer – als wir nebenan einen weißen Sprinter/Camper entdeckten. Wir gingen rüber, um uns zu erkundigen, ob sie hier Erfahrungen mit Polizeikontrollen gemacht haben (Wildcampen ist auch in Kroatien verboten und kostet hier bis zu 400€ Strafe). Wir kamen ins Gespräch und nach zwanzig Minuten intensivem Austausch über die Region, Kultur, das Reisen und Campervans bestanden Graziella und Vladimir, der Wert darauf legt nicht Putin mit Nachnamen zu heißen, darauf, dass wir von ihrem Selbstgebrannten probieren. Das konnten wir nicht ausschlagen. Und wir hatten Glück: Wir sind nicht erblindet und trotz vermeintlich 50% Alkoholgehalt schmeckte der Weinbrand zudem erstaunlich mild. 

Im Anschluss verbrachten wir vier entspannte Tage und Nächte auf diesem wundervollen Stellplatz in der Nähe von Porec

Den Stellplatz haben wir übrigens, wie auch die drei am Gardasee und bei Venedig, über die App park4night gefunden. Großes Shout-out an dieser Stelle! Die App bietet eine Plattform, auf der Wohnmobil-Reisende bezahlte und unbezahlte Stellplätze und Service-Stationen auf der ganzen Welt einstellen, kommentieren und bewerten können. Wir haben sie bereits auf unserer Schottland-Tour in 2018 genutzt und sind immernoch begeistert, welch überragende Wildcamping-Stellplätze die App immer wieder bereithält. Die Zeitersparnis gegenüber der eigenständigen Suche ist zudem enorm.

Park4night

Pula

Nachdem wir die vier Tage genutzt haben, um nach dem Stress der letzten Wochen und Monate endlich mal ein wenig abzuschalten und auch, um uns zu informieren, was wir überhaupt in den geplanten zwei Wochen in Kroatien würden machen wollen, sind wir zunächst der Westküste Istriens gen Süden gefolgt und in die Küstenstadt Pula gefahren. Schon unterwegs fielen uns die vielen imposanten Kirchen und Bauwerke auf, die unvermeidlich an Italien erinnerten. Und spätestens, als wir in Pula vor einem riesigen Amphitheater standen, war uns klar, dass es sich dabei um Relikte aus dem Römischen Reich handeln musste. Eine kurze Google-Recherche bestätigte die Vermutung und ließ uns erfahren, dass das Amphitheater das sechst-größte jemals gebaute und zudem eines der am besten erhaltenen Amphitheater überhaupt ist. Wir hatten noch nie von dessen Existenz gehört und waren genauso froh wie erstaunt, nur sehr wenige andere Touristen hier zu sehen. Auch wenn das Innere des Amphitheaters deutlich weniger gut erhalten ist, als die Katakomben des Pendants in Rom, so ist es dennoch absolut einen Besuch wert, finden wir.

Plitvicer Seen Nationalpark

Wer bei Recherchen über Kroatien nach Stichwörtern wie „Sehenswürdigkeiten“ oder „top things to do and see“ sucht, wird garantiert auf den Plitvicer Seen Nationalpark stoßen. Er ist wohl die bekannteste Attraktion des Landes und bei Einheimischen und Touristen gleichermaßen beliebt. Über eine Millionen Besucher zählt die Parkverwaltung jedes Jahr. Und auch wir hatten schon lange vor unserer Recherche über Kroatien von dem Nationalpark gehört und wollten ihn unbedingt besuchen. Davon konnte uns auch der, für unsere Verhältnisse, recht hohe Eintrittspreis von umgerechnet etwa 35€ pro Person nicht abschrecken. Denn die Natur an diesem Ort ist wirklich ein Traum. 16 Seen mit teils glasklarem, teils türkis-blauem Wasser befinden sich in diesem Nationalpark – alle in unterschiedlicher Höhenlage und durch Wasserfälle unterschiedlichster Ausgestaltung miteinander verbunden, eingebettet in dichten Wald und durchzogen von Laufwegen am und über das Wasser! Klar, dass es sich bei der Menge an Besuchern auch mal staut auf diesen Wegen – aber wir waren direkt kurz nach Parköffnung am Morgen da und hatten so zumindest ein paar Stunden Zeit, bis die Masse an Reisebussen eingetroffen ist. Ein wirkliches Highlight unserer bisherigen Reise!

Tisno

Im Anschluss sind wir wieder an die Küste gefahren. Hier hatten wir uns etwas Wind erhofft oder zumindest eine leichte Briese, um etwas Abkühlung von den heißen Temperaturen zu bekommen. Ich weiß, wir sollten nicht meckern, in Hamburg haben wir jeden warmen, sonnigen Tag ersehnt. Und natürlich freuen wir uns auch jetzt darüber, dass wir bisher mit bestem Wetter gesegnet wurden. Wirklich! Wenn es allerdings seit über zweieinhalb Wochen konstant über 30 Grad sind, nur selten Wolken am Himmel und ebenso selten Wind, dann freut man sich doch sehr über etwas Abkühlung – vor allem, da sich ein Auto in der Sonne ja auch immer so schön aufheizt. 😉

Naja, der Wind ist auch zurück an der Küste leider weitestgehend ausgeblieben, aber dafür konnten wir hier ja ins Meer springen. Und da wir in der Nähe von Tisno, einem kleinen Küstendorf recht mittig auf der Nord-Süd-Achse Kroatiens, wieder mal einen wahnsinnig tollen Übernachtungsplatz hatten, sind wir statt der einen geplanten Nacht, wieder drei Tage und Nächte geblieben. Die Zeit haben wir genutzt, um unsere China-Visum-Pläne voranzutreiben, die Fotos der ersten zwei Wochen zu sortieren und am ersten Video-Zusammenschnitt zu arbeiten. Das Endergebnis dessen seht ihr gleich am Ende des Beitrags. Auch die ersten Unterwasser-Aufnahmen sind hier entstanden 🙂 

Split

Nach drei rasend schnell vorbeiziehenden Tagen mussten wir dann aber weiter. Gerne wären wir noch ein wenig geblieben, aber unser Grob-Zeitplan sah vor, dass wir Mitte Juni Kroatien verlassen sollten, um pünktlich zum ersten China-Crossing am 23. September an der chinesischen Grenze in Kirgisistan zu sein (mehr zur etwas eingeschränkten Flexibilität findet ihr im Artikel „Vorbereitung“  – zumindest bald, wenn es mal ein paar Regentage gab). Natürlich hätten wir noch länger bleiben und die Zeit später woanders wieder aufholen können, aber in diesem Fall mussten wir wirklich weiter, da unsere Wasservorräte bis auf den letzten Tropfen leer waren. Es galt also zum dritten Mal seit Reisebeginn Trinkwasser zu finden. Das erste Mal haben wir unseren leeren Tank mit ein paar von Gesa und Stephan in München gestifteten Eimer-Ladungen gefüllt; die erste komplette 120l-Voll-Ladung gab es dann auf unserem Campingplatz in Venedig; und jetzt in Kroatien hat ein Wasserschlauch einer Tankstelle Abhilfe geschaffen – zusammen mit einem Wasseraufbereitungs-Pulver, das wir extra dabei haben, um mögliche Bakterien und Viren abzutöten.

Ausgeruht und mit vollen Tanks sind wir weiter in die Touristenhochburg Split gefahren. Einen Großteil unseres 1,5-tägigen Aufenthalts hier haben wir damit verbracht, den umfassenden Visa-Antrag für China auszufüllen, ihn zusammen mit allen geforderten Dokumenten in einem Internet-Café auszudrucken und zusammen mit unseren Reisepässen(!) und mit der Hilfe einer kroatischen Post-Angestellten sowie zwölf(!) Briefmarken nach Deutschland zu schicken. Bitte helft alle mit beim Daumen drücken, damit alles klappt und wir unsere Pässe mit den Visa darin in vier Wochen in der Türkei wieder in Empfang nehmen können!

Die übrige Zeit in Split verbrachten wir mit der fixen Besichtigung einiger Game of Thrones Drehorte sowie der äußerst schönen Altstadt von Split. Doch schnell war es uns zu voll und zu heiß, sodass wir weiter die Küste entlang in Richtung Dubrovnik gefahren sind. 

Plat

Bis wir in Dubrovnik ankommen, sollten aber auch wieder drei Nächte vergehen. Eine Nacht auf einem Kitesurf-Camp, deren Bar mit lauter Musik uns bis in die tiefe Nacht wach hält und zwei Nächte an einem unglaublich schönen Flecken Erde ganz in der Nähe von Dubrovnik. Auch diesen Übernachtungs-Spot haben wir wieder auf park4night entdeckt. Und auch wenn unser Campervan wohl den ein oder anderen kleinen Kratzer abbekommen hat, als wir die mit Gestrüpp umsäumte, äußerst enge Schotterpiste zum Meer hinab gefahren sind, hat es sich für diesen Ausblick doch gelohnt. Wir nutzen den Zwischenstopp zum Video schneiden, Fotos sortieren, schwimmen und relaxen. Könnte schlimmer sein. 😉 

Dubrovnik

Der Tourismus in Dubrovnik boomt. Und das hat maßgeblich mit Game of Thrones zu tun. Schon vor dem Start der HBO-Erfolgsserie war Dubrovnik aufgrund seiner Lage am Meer und der erstaunlich gut erhaltenen und gleichermaßen imposanten Altstadt ein beliebtes Besuchsziel. Doch seit die Macher von GoT die Stadt in vielfältiger Weise als Kulisse für ihre Serie nutzen – allen voran als Hauptstadt King’s Landing – gehen die Besucherzahlen durch die Decke. Im letzten Jahr waren es bereits 1,27 Millionen Besucherinnen und Besucher. Und das bei gerade einmal 42.000 Einwohnern. In den ersten drei Monaten von 2019 hat sich die Zahl im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zudem bereits um 53% erhöht! Der Hype um die finale Staffel ist hier also auf jeden Fall zu spüren.

Und auch wir wollten uns die hügelige Stadt an der Adriaküste nicht entgehen lassen. Und nach unserem kurzen Besuch können wir nun sagen, dass sich das auf jeden Fall lohnt! Zwar ist Dubrovnik jetzt nicht unbedingt Wohnmobil-freundlich, aber die Altstadt ist wirklich schön und ihre Stadtmauern imposant. Unser Highlight: Ein unscheinbarer Durchgang am oberen Ende einer schmalen, steilen, wenig frequentierten Gasse. Dieser führte uns zu einem Basketballfeld inmitten der Stadtmauern und offenbarte einen unglaublichen Blick über die Altstadt. Ein richtiger Glücksfall, der in keiner unserer recherchierten Viewpoint-Listen aufgeführt war.  

Zusammenfassung

Das war also Kroatien. Es hat uns unglaublich gut gefallen! Wir können nun noch besser nachvollziehen, warum so viele Leute hier Urlaub machen. Da der Blogeintrag bis hierher aber wirklich schon sehr lang ist, beenden wir an dieser Stelle den geschriebenen Teil. Nicht jedoch, ohne euch vorher noch das folgende Video zu empfehlen, in dem wir das bisher Erlebte filmisch zusammengefasst haben.

Dieses Video ansehen auf YouTube.

 

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