2021,  Europa,  Griechenland

Griechenland – Peloponnes Teil X: Südosten

Der Südosten Griechenlands hat unglaublich viel zu bieten: kilometerlange Strände, faszinierende Natur, weitestgehend unberührte Landschaften, traumhafte Buchten mit türkisblauem Wasser – und ja, auch tolle Freistehplätze für unseren Camper Van haben wir hier wieder einmal gefunden. Kommt mit, wie wir den dritten „Finger“ der Peloponnes-Halbinsel im äußersten Südosten Griechenlands erkunden und dabei u.a. von Gythio über den Fährterminal Pounta-Elafonisos und den Geopark Agios Nikolaos bis nach Monemvasia fahren. Viel Spaß!

Schlechtwetter-Camp am Vathi Strand

Es ist Mittwoch, der 14. April 2021 und wir haben gerade das Dimitrios Schiffswrack nördlich von Gythio besucht (siehe letzter Blogeintrag). Nun brauchen wir einen Schlafplatz für die Nacht. Zwar gibt es bei der Zufahrt zum Valtaki Strand, an dem das Schiffswrack liegt, einen sehr großen Parkplatz, der auch bei park4night als möglicher Stellplatz markiert ist, jedoch wollen wir dort nicht stehen bleiben. Einerseits finden wir ihn nicht wirklich schön, andererseits haben sich in letzter Zeit die Berichte gehäuft, dass die Polizei hier wohl regelmäßig vorbeikomme, um Camper wegzuschicken. Auf beides haben wir nicht so richtig Lust. 😉

Wir suchen uns also einen anderen Platz. Unser Ziel: der Vathi Strand gut 10 km südlich von Gythio. Als wir dort ankommen, sehen wir bereits einen anderen Camper auf dem dortigen Parkplatz stehen. Aber der Strand ist breit uns so finden auch wir noch entspannt einen ruhigen Platz.
Kurz nach unserer Ankunft bekommen wir direkt Besuch. Nicht von der Polizei und auch nicht von den anderen Campern, sondern von einem vierbeinigen Gefährten. Eine große Hündin mit dickem Fell setzt sich vor unsere geöffnete Tür und schaut uns freudig an. Da können wir natürlich wieder einmal nicht widerstehen und streicheln drauf los. Das scheint ihr so gut zu gefallen, dass sie uns die nächsten Tage über immer wieder besucht. Sie nutzt den Schatten unseres Vans, setzt sich zusammen mit Tina an den Strand, freut sich über das Trinkwasser, das wir ihr geben und über die Streicheleinheiten zwischendurch.

Vier Tage bleiben wir letztlich hier. Nicht, weil der Stellplatz so unglaublich schön wäre, sondern einfach, da das Wetter die meiste Zeit sehr diesig und regnerisch ist. Und da wir die kommenden Küstenabschnitte natürlich lieber bei Sonnenschein erkunden wollen, bleiben wir erst einmal hier und nutzen diese Zeit, um schon mal ein bisschen vorzuarbeiten. Dass wir dabei mal wieder unbegrenztes Datenvolumen haben, begrüßen wir natürlich (wir haben eine SIM-Karte vom griechischen Anbieter „What’s Up“, der immer mal wieder Aktionen hat, bei denen man für einen geringen Betrag entweder ein Paket mit zusätzlichen Gigabyte oder manchmal sogar unbegrenztes Datenvolumen für einen begrenzten Zeitraum buchen kann – zuletzt 15 Tage unbegrenztes Datenvolumen für 6,90 €).

Westküste des dritten Fingers

Wenn wir mit unserem Van ein paar Tage lang nicht umherfahren, die Sonne zudem kaum scheint, um unsere Batterien alternativ über die Solaranlage mit Strom zu versorgen und wir dabei auch noch fleißig an unseren Laptops arbeiten, wird es mit dem Strom bei uns im Camper schnell knapp. Von zwei 100 Ah AGM Batterien kann man da auf Dauer einfach keine Wunder erwarten. Und so freuen wir uns am Morgen des fünften Tages sehr darüber, dass sich endlich wieder die Sonne zeigt. Das bringt doppelte Ladung: die Solaranlage tut ihren Dienst und gleichermaßen lädt uns das Wetter dazu ein, weiterzufahren und nun endlich den dritten „Finger“ der Peloponnes zu erkunden.

Also los geht’s. Als Ziel haben wir den Geopark Agios Nikolaos am südöstlichen Zipfel der Halbinsel anvisiert. Das sind gut 120 km. Natürlich könnten wir das entspannt an einem Tag fahren – auch auf den kleinen, kurvenreichen Straßen, auf denen wir hier zumeist unterwegs sind. Aber wir sind ja nicht auf der Flucht, lassen es daher sehr langsam angehen und halten stets Ausschau nach Stellen am Straßenrand, bei denen es sich anzuhalten lohnt. Davon gibt es hier wieder einmal viele; zumindest dann, wenn man schöne kleine Buchten, frühlingshaft bewachsene Küstenstreifen und fotogene Kapellen mag.

Einer dieser zufälligen Stopps bringt uns nach Archangelos. Den kleinen Küstenort erspähen wir beim vorbeifahren, da er so malerisch und von türkisblauem Wasser umgeben auf einer geschwungenen Landzunge unten im Meer liegt. Als wir oberhalb an einem Aussichtspunkt anhalten, begrüßt uns dort eine Katze. Sie kommt rasch angelaufen, miaut ganz eifrig und schleicht um meine Beine herum, als ich Fotos von der Aussicht mache. Sie lässt sich streicheln und versucht dann, als ich gerade mal wieder ein Foto mache, an meinem Bein hochzuklettern. Ähm, okay. Hier braucht wohl jemand Zuneigung – oder Futter. Während Tina eine Scheibe Fleischwurst aus dem Kühlschrank holt, gebe ich ihr Wasser zum trinken. Als Gefäß muss dafür unser Kehrblech herhalten. Das Wasser füllen wir danach noch einmal auf und fahren erst weiter, als die Katze nichts mehr davon sehen will. Was meint ihr, muss man in solchen Situationen mehr machen?

Wir fahren hinunter ins Dorf, das weitestgehend verlassen wirkt. Nahezu alle Fensterläden der Häuser sind geschlossen. Es scheinen fast alles Ferienhäuer, Gasthäuser und kleine Hotels zu sein. Wir fahren einmal quer durch und kommen am anderen Ende auf der Landzunge heraus, von wo wir dann auch gleich die Drohne starten – bietet sich ja an. 😉

Am frühen Nachmittag erreichen wir den Fähranleger von Pounta. Von hier geht es die wenigen Kilometer rüber zur Insel Elafonisos. Die kleine Insel wurde uns von mehreren Griechenland-UrlauberInnen als Ziel empfohlen – vor allem aufgrund ihres ach-so-fotogenen Strandes „Paralia Simos“ (wir haben selbst kein Foto, aber googelt mal – ist wirklich ein schöner Strand und einen Campingplatz gibt’s dort auch). Einen Besuch hatten wir uns jedoch zuletzt abgeschminkt, da TouristInnen in Griechenland zur Zeit eigentlich die Überfahrt auf Inseln untersagt ist. Wir haben zwar von Fällen gehört, wo das niemanden interessiert hat, aber das muss ja nicht unbedingt sein. Und wir haben sowieso noch so viele andere Ziele, die wir uns hier auf der Peloponnes anschauen wollen, bevor es Anfang Mai für uns zurück nach Deutschland geht, dass wir die Insel(n) nun eben auslassen.

Vom Fähranleger aus fahren wir noch ein paar hundert Meter weiter die Küste entlang und finden dann einen Stellplatz am Rand eines verlassenen Parkplatzes, von wo uns nur ein paar Blumen und Büsche vom langen Kiesstrand trennen. Unweit von dort, so lassen uns Schilder wissen, sollen Schildkröten ihre Eier ablegen. Vorsicht sei geboten. Die lassen wir walten, haben aber trotzdem nicht das Glück, eines der Tiere in der Umgebung zu sehen.

Geopark Agios Nikolaos

Von den rund 120 km auf unserem Weg zum südöstlichsten Zipfel der Peloponnes sind es nun noch gut 25 km – die letzten drei davon über eine Schotterpiste. Aber das hat uns ja noch nie aufgehalten und so machen wir uns auf den Weg. Vorbei an der schönen Küstenstadt Neapoli Voion fahren wir in Richtung Süden. Kurz hinter der Stadt kommen wir wieder einmal zu einer kleinen Landzunge, auf der sich ein herrlicher Stellplatz anbietet. Aber ich habe es schon einmal gesagt: wenn wir überall, wo wir es schön finden, auch gleich ein Nachtlager aufschlagen, kämen wir wohl gar nicht mehr voran. Wir genießen also nur kurz die Aussicht, schicken die Drohne in die Luft und fahren dann weiter.

Kurz darauf kommen wir am Geopark Agios Nikolaos an. Dieser besticht durch drei Sachen (bzw. wahrscheinlich durch noch mehr Sachen, aber ich weiß nur von dreien): 1. Eine super schöne Landschaft, 2. Einen Wanderweg die Küste entlang, 3. Einen versteinerter Wald.

Dass die Landschaft abwechslungsreich und schön ist, stellen wir schon fest, als wir uns auf der breiten und gut zu befahrenden Schotterpiste dem Parkeingang nähern. Zuerst fahren wir durch eine schroffe Felslandschaft, die scheinbar vulkanischen Ursprungs ist. Infotafeln, die leider weitestgehend unlesbar geworden sind, deuten auf den den Beginn des Parks hin. Kurz bevor wir zum vermeintlichen Ende der Straße kommen, weichen die Felsen am Wegesrand und stattdessen übernimmt ein gelb-grün-bräunliches Meer aus Gräsern, Sträuchern und Blumen. Das „richtige“ Meer, das kurz dahinter beginnt, besticht durch klares, türkisblau schimmerndes Wasser.

Verstreut auf dem weiten Gelände, das sich schräg vor uns langsam den Hang einer kleinen Bergkette hinaufzieht, stehen nur sehr vereinzelt ein paar kleine Hütten. Abgesehen davon besticht die Landschaft durch Natur – schön! Es ist super windig, aber ich kann nicht widerstehen und schicke die Drohne in die Luft. Das klappt zum Glück problemlos und so können wir euch hier jetzt schon einmal ein paar Luftaufnahmen präsentieren:

Wir sind aber nicht (nur) hier hergekommen, um mit der Drohne zu fliegen, sondern auch, um ein bisschen spazieren zu gehen. Ein Wanderweg führt vom Parkinformationszentrum für rund 6 km die Küste entlang. Die erste Hälfte verläuft über die Schotterpiste, danach geht es auf einem schmalen Pfad weiter, bis man schließlich zu zwei kleinen Kirchen kommt. Ganz so weit laufen wir nicht, da uns der Wind so stark um die Ohren pfeift. Aber auch so war es ein sehr sehr schöner Ausflug!

Aber Moment, da war doch noch eine dritte Sache. Versteinerte Bäume. Noch haben wir keine gesehen. Von einem ganzen versteinerten Wald hatten wir gelesen – der dürfte ja eigentlich nicht so leicht zu übersehen sein. Wir schauen also noch einmal auf unsere Handys und versuchen herauszufinden, wo der sein soll. Ergebnis: unterhalb des Parkinformationszentrums direkt am Wasser. Und teilweise auch unter Wasser. Denn der Versteinerungsprozess der Bäume verlief scheinbar weitestgehend unter Wasser, als der Meeresspiegel vor Tausenden/Millionen von Jahren noch sehr viel höher war. Heutzutage liegen viele der versteinerten Baumstümpfe zusammen mit Muscheln und anderen versteinerten Fossilien frei. Tatsächlich ein ganz interessanter Anblick. Und scheinbar in dieser Form einmalig in Europa.

Stellplatz auf allen Seiten von Wasser umgeben

Kommen wir zum letzten kleinen Abschnitt des heutigen Blogeintrages. Nach unserem Besuch im Geopark von Agios Nikolaos machen wir uns auf den Weg in Richtung Norden. Wir wollen nun die gesamte Ostküste der Peloponnes-Halbinsel entlang fahren und von dort aus dann Anfang Mai die Heimreise antreten. Aber wie oben bereits erwähnt, liegen auf dieser Strecke noch ein paar Ziele, die wir ansteuern wollen. Erstes Ziel: Die Stadt Monemvasia. Diese faszinierende Stadt zeigen wir euch erst beim nächsten Mal. Jetzt geht es „nur“ um den Stellplatz, den wir kurz vor der Stadt gefunden haben.

Denn als wir gerade auf dem Weg sind, uns Monemvasia zu nähern, erspähen wir von der Küstenstraße, die auch hier in Teilen an einem etwas höher gelegenen Berghang entlang führt, wieder einmal eine schmale Landzunge, die ins Meer hinein ragt. Ganz an ihrem Ende liegt ein kleiner Friedhof. Abgesehen davon ist sie unbebaut. Das wollen wir uns einmal aus der Nähe anschauen. Und als wir unten angelangt sind, stellen wir fest, dass sich der Platz hervorragend eignet, um hier eine Nacht zu verbringen. Das machen wir dann auch. Aber natürlich nicht, ohne vorher nochmal unsere Drohne in die Luft zu schicken. 😉

Kurz darauf stellen wir fest, dass der Platz bereits auf park4night markiert ist. Wenn ihr hier also auch mal hinfahren wollt, werdet ihr den Platz südlich von Monemvasia sehr einfach finden. Wie immer gilt natürlich: bitte sauber halten und nicht überfluten, damit sich möglichst niemand an uns Campern stört.

Mit diesen Eindrücken beenden wir nun diesen Blogeintrag. Wie immer haben wir ein Video erstellt, in dem wir euch noch einmal mit bewegten Bildern auf die gleiche Reise nehmen. Wir finden, Anschauen lohnt sich. 🙂

Im nächsten Beitrag (der voraussichtlich „erst“ in zwei Wochen kommt) werden wir euch dann an dieser Stelle mit nach Monemvasia und ein bisschen die Ostküste der Peloponnes entlang mitnehmen.

Bis es soweit ist senden wir euch beste Grüße aus der Ferne und wünschen euch nun viel Spaß beim Anschauen des Videos. 

Tina & Dirk

Link zu YouTube: https://youtu.be/bgVYqqZpXUg

2 Kommentare

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    Birthe Küpper

    Hallo ihr Zwei, seit einigen Wochen folgen wir euren Videos auf You Tube und steigern so die Vorfreude auf unseren eigenen Griechenland Urlaub, der nächste Woche beginnen soll. Wir haben zwei Monate Zeit die Peleponnes zu erkunden und freuen uns schon sehr. Jedoch bei allen Corona Vorschriften, ist man manchmal ein wenig verwirrt. Deshalb hier eine Frage an euch, die ihr ja bereits seit einiger Zeit durch Griechenland reist. Man liest immer wieder, dass man die „Regionen“ nicht verlassen darf??? Das widerspricht aber doch dem Reisen mit dem Wohnmobil und dem ständigen Unterwegs sein. Weiterhin liest man, dass man sich Genehmigungen einholen muss, wenn man sein „Haus“ verlässt, zum Einkaufen und ähnliches? Es wäre nett, wenn ihr uns eure Erfahrungen mitteilen könnt.
    Dreht weiter so tolle Videos und macht so schöne Bilder. Ihr verbreitet viel Freude damit.
    Grüße aus Aachen
    Birthe, Georg und Wilma (die vierbeinige Begleiterin)

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    Marcus Nabholz

    Hallo ihr beiden,
    mit großem Interesse verfolge ich eure Reisen, vor allem derzeit Griechenland, das ich vor zig Jahren mit dem Zelt unterwegs war. Ich hoffe, dass ich dieses Jahr mal wieder dorthin kann. Ich habeübrigens das gleiche WoMo wie ihr, allerdings Bj. 2020! Eine tolle Kiste, die keine Wünsche offen lässt.
    Ich habe jetzt eine frage an euch . Ihr habt die Insta 360 go Kamera. Ich habe sie mir letzte woche gekauft, habe aber ein Problem mit der Bearbeitung auf dem MacBook. Mit welchem Programm bearbeitet ihr eure Filme auf dem MacBook? Mit dem IPad geht. es prima, aber wie kriege ich die filme abgespeichert? Es wäre schn, wenn ihr mir weiterhelfen könntet.
    Ichwünsche euch weiterhin gute Fahrt, viel Spaß und bleibt gesund. Vielleicht sieht man sich mal irgendwo

    Grüßle vom Bodensee
    Marcus

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