2021,  Europa,  Griechenland

Griechenland – Peloponnes Teil VI: Ochsenbauchbucht

Wer nach den schönsten Stränden Griechenlands googelt, wird in den dort dann angezeigten Top-Listen früher oder später unweigerlich auch auf den Voidokilia Strand stoßen. Die Bucht, die aufgrund ihrer Omega-Form (Ω) den Spitznamen „Ochsenbauchbucht“ trägt, stand auch schon länger auf unserer Bucketlist, aber 2019, als wir das erste Mal mit unserem Camper durch Griechenland gefahren sind, war uns der Umweg in den äußersten Südwesten der Peloponnes-Halbinsel noch zu weit. Jetzt haben wir ihn aber besucht und was soll ich sagen: wir sind begeistert. In diesem Blogeintrag nehmen wir euch mit auf den Weg dorthin. Viel Spaß.

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An der Westküste weiter Richtung Süden

Es ist Mittwoch, der 17. März 2021 und wir stehen noch immer am kilometerlangen Elea Beach im Südwesten der Peloponnes. Die Erinnerungen an unseren Besuch bei den paradiesischen Neda-Wasserfällen ein paar Tage zuvor, von dem wir euch in unserem letzten Blogeintrag berichtet haben, sind noch frisch. Ein wirklich toller Ausflug. Im Sommer, wenn das kalte Wasser des Neda-Flusses eine dann willkommene Abkühlung von den heißen Temperaturen Griechenlands bietet, ist es sicher noch einmal ein Stück lohnenswerter. Aber auch so hat uns der kleine Abstecher dorthin sehr gut gefallen. Ungefähr so gut wie der Elea Beach hier, dessen Dünenlandschaft sich bis zum Horizont erstreckt.

Auch wenn die Fotos oben einen anderen Eindruck vermitteln mögen, ist das Wetter der letzten Tagen recht trüb. Zwar kommt auch immer mal wieder die Sonne raus, aber über weite Strecken hinweg wechseln sich Regen, Sturm und Hagel ab. Auch die Temperaturen liegen zur Zeit selten über 13/14 °C. Wir hoffen, dass das etwas weiter im Süden ein bisschen besser aussieht und brechen daher auf. Nach fünf Tagen hier am Elea Beach, in denen wir uns hauptsächlich um unseren letzten Blogeintrag, das zugehörige Video und unsere Kooperation mit dem Kamerahersteller Insta360 gekümmert haben, wollen wir sowieso weiterziehen. Noch immer haben wir ja maximal ein Drittel der Peloponnes-Halbinsel gesehen. Also weiter geht’s!

Unser erklärtes Ziel ist ein Küstenabschnitt unweit der so bekannten Ochsenbauchbucht. Auf dem Weg dorthin fahren wir so nah wie möglich am Meer entlang und finden dabei zum Beispiel diese traumhafte Bucht, an der wir eine Kaffeepause einlegen:

Kurze Zeit später (die Distanzen hier auf der Peloponnes sind immer wieder überraschend kurz – zumindest im Vergleich zu den Strecken, die wir in den letzten 1,5 Jahren so gefahren sind), nähern wir uns dem Küstenstreifen rund um den Romanos Beach. Leider nehmen wir im letzten Dorf vor der Ankunft eine falsche Abzweigung und finden uns daraufhin auf sandigen und immer schmaler werdenden Feldwegen wieder. Aber getreu nach dem Motto „viele Wege führen ans Ziel“ schaffen wir es letztlich trotzdem zum recherchierten Stellplatz – auch wenn ich zwischendurch mal aussteigen und etwas vorlaufen muss, um zu erkunden, ob unser Ducato die Strecke wohl schaffen würde.

Der Küstenabschnitt hier besteht aus einer Reihe kleinerer Sandstrände. Am Ufer erstreckt sich eine weitläufige Rasenfläche, die teils in Sanddünen übergeht, teils dicht von Wildblumen bewachsen ist und sich in anderen Teilen hervorragend eignet, um dort einen Campervan abzustellen. 🙂 Als wir ankommen, sind tatsächlich bereits zwei andere Camper dort – ein größerer Expeditions-Truck und ein weiterer Ducato-Van. Das Areal ist aber groß genug, dass keiner den anderen sehen muss. Außerdem ziehen die anderen beiden am nächsten Tag sowieso weiter, was uns ermöglicht, unseren Stellplatz dann nochmal zu wechseln.

Gialova-Lagune und Ochsenbauchbucht

Nun kommen wir zu dem Strand, der diesem Blogeintrag seine Überschrift verliehen hat. Tatsächlich werde ich den folgenden Abschnitt in vier Teile unterteilen, da wir hier einfach so viel erlebt bzw. so viele Fotos geschossen haben. Fangen wir vorne an.

Karte_Bucht_v2

Ankunft in der Gialova-Lagune und Wanderung zur Palaiókastro-Burg

Eigentlich wollten wir nur einmal kurz den südlichen Landarm der Gialova-Lagune entlang fahren, um zu schauen, wie es dort so aussieht und dann den Campspot ansteuern, den wir am nördlichen Ende der Lagune recherchiert hatten. Die Betonung liegt auf „eigentlich“. Denn während wir die schmale Küstenstraße im Süden entlang fahren, sind wir mehr und mehr von der Schönheit der Natur und von der Vielzahl der möglichen Campspots dort überrascht. Die etwa 150 m breite Landzunge, die auf beiden Seiten von Wasser umgeben ist, bietet nicht nur wunderschöne Ausblicke in alle Richtungen, sondern immer wieder auch kleine Parkbuchten direkt am Meer. In einigen von diesen durch Hecken und Sanddünen unterteilten, natürlichen Parkplätzen stehen schon Wohnmobile. Zumeist natürlich Deutsche. Vier große Mobile zählen wir auf dem Weg einmal die gesamte Landzunge entlang. Aber mindestens fünf tolle Stellplätze sind noch frei. Und bei diesem Anblick können auch wir nicht widerstehen und stellen unseren Ducato ab.

Hier wollen wir jetzt erst einmal bleiben. Ans nördliche Ende der Lagune, ganz in die Nähe zur berühmten Ochsenbauchbucht, können wir ja immer noch an einem der nächsten Tage fahren. Jetzt genießen wir allerdings erst einmal die Aussicht.

Allerdings nicht lange, denn wenn schon einmal so gutes, wenngleich recht stürmiges Wetter ist, dann wollen wir das doch auch gleich nutzen. Wir packen also unsere Jacken und Kameras ein, ziehen festes Schuhwerk an und laufen dann los in Richtung der Palaiókastro-Burg (bzw. Paleo Kastro Burg), die auf einem Hügel oberhalb der Bucht liegt. Die Burg, die bereits seit einigen Jahrhunderten in Ruinen liegt, stammt ursprünglich bereits aus dem 4 Jhd. v. Chr. (wenn wir unser kurzen Google-Recherche dazu glauben dürfen).

Der Wanderweg, der die Landzunge mit der Burg verbindet, führt als schmaler, steiniger, aber einfacher Weg den Felsen hinauf. Wir laufen durch ein Meer aus Blumen und Büschen, die unmissverständlich den Beginn des nahenden Frühlings anzeigen. In alle Richtungen bietet sich uns ein herrliches Panorama.

Den schönsten Ausblick gibt es aber – wie so häufig – von ganz oben. Rund 45 Minuten haben wir bis zum höchsten Punkt gebraucht. Was uns dort erwartet, übersteigt all unsere Erwartungen:

Camping mit tollen Nachbarn

Zurück am Camper geben wir uns ganz dem Camping-Alltag hin. Uns ist beiden klar, dass wir hier jetzt erst einmal ein paar Tage bleiben wollen. Wir legen uns in die Sonne, genießen das leise Plätschern der kleinen Wellen und könnten glücklicher kaum sein. In solchen Momenten fällt es uns besonders schwer daran zu denken, dass wir diesen Reise-Alltag irgendwann wieder gegen einen Arbeits-Alltag werden eintauschen müssen. Aber noch ist es ja nicht so weit!

Und schnell sind diese Gedanken auch wieder vergessen, denn wir werden abgelenkt. Neben uns parkt ein großes Expeditionsmobil mit der Aufschrift „Molli on Tour“. Wobei ehrlicherweise bemerken wir den Truck erst gar nicht wirklich, da uns immer noch zwei blickdichte Hecken und etwa 20 m Entfernung voneinander trennen. Aber dann winken uns die beiden Bewohner Melanie und Olli mit ihrem kleinen Nachwuchs freudig zu und laden uns auf ein Stück selbstgebackenen Zitronenkuchen ein. Da können wir natürlich nicht widerstehen.

Tatsächlich kennen uns die beiden von YouTube und haben sich von unseren letzten Videos dazu inspirieren lassen, auch nach Griechenland aufzubrechen. Seit 2 Wochen sind sie nun hier und haben dabei immer ein bisschen gehofft, uns vielleicht irgendwann mal durch Zufall hier zu treffen. Das hat jetzt geklappt – klein ist die Welt. Wir setzen uns zusammen (natürlich mit Abstand) an den Strand und schnacken über Gott und die Welt. Die Zeit vergeht wie im Flug und am Nachmittag gesellen sich noch zwei weitere „Reisepärchen“ zu uns, die ebenfalls gerade hier angekommen sind, ein paar hundert Meter weiter am Strand geparkt haben und beim Vorbeifahren den LKW von Melanie und Olli erkannt haben, da sie alle zusammen ihre Pflicht-Quarantäne auf einem Campingplatz verbracht haben. Hab ich schon erwähnt, wie klein die Welt eigentlich ist?! 😉

Normalerweise finden es Tina und ich ja toll, einsam und alleine irgendwo in freier Natur zu stehen. Aber die Gesellschaft hier genießen wir wirklich sehr!

Ausflug zum Voidokilia Strand (Ochsenbauchbucht)

Eigentlich sind wir ja überhaupt nur hierher gekommen, um die bekannte Ochsenbauchbucht zu sehen. Jetzt sind wir schon seit drei Tagen hier und waren noch immer nicht dort. Am ersten Tag konnten wir sie zwar bereits von der Burg aus aus der Ferne bestaunen, aber aus der Nähe wollen wir sie natürlich auch noch einmal erkunden. Heute ist der Tag. Die Sonne scheint, es ist einigermaßen windstill und wir haben Lust, uns etwas zu bewegen. Da ist die 20 Minuten lange Wanderung an der Lagune entlang hin zur Ochsenbauchbucht genau die richtige Sache.

Ich lasse jetzt einfach mal die Bilder sprechen:

Nochmal mit der Drohne zur Palaiókastro-Burg

Letzter Abschnitt – du hast es gleich geschafft (und ich mit dem Schreiben auch =)). Seit wir am ersten Tag zur Burg hochgelaufen sind, hatte ich den Wunsch, mit der Drohne ein Foto zu machen, auf dem die Burgruinen im Vordergrund und die Ochsenbauchbucht im Hintergrund zu sehen ist. Am Tag der Wanderung war es allerdings so stürmisch, dass ich einen Drohnenflug nicht riskieren wollte. Zur Zeit bin ich da etwas vorsichtiger, als sonst. 😉

Am Tag, als wir zur Ochsenbauchbucht rüber gelaufen sind, wären die Bedingungen perfekt gewesen, aber die Reichweite der Funkverbindung hat nicht ausgereicht, um auf die Rückseite des Berges/Hügels zu fliegen. Ich hätte da natürlich hinlaufen können, war aber an dem Tag einfach zu faul. Allerdings wollte ich den Stellplatz auch nicht verlassen, bevor ich das Foto nicht zumindest einmal versucht habe zu schießen. An unserem letzten Nachmittag dort bin ich also nochmal losgezogen, bin die Hälfte des Berges rauf und habe dann die Drohne in die Luft geschickt. Der Wind war nicht zu stark, das Licht der langsam untergehenden Sonne war hervorragend, nur leider war es an Land recht diesig. Naja, ich bin trotzdem zufrieden und immer wieder froh darüber, dass wir eine Drohne haben. 🙂

Das war es nun mit dem heutigen Blogeintrag. Wir senden euch ganz liebe Grüße aus dem Süden Griechenlands und wünschen euch nun viel Spaß beim Anschauen des folgendes Videos – sofern ihr Lust darauf habt. Das hoffen wir natürlich, denn es war mal wieder ganz schön viel Arbeit. 🙂 Liebe Grüße!

Tina & Dirk

Link zu YouTube: https://youtu.be/idSR-MYh3YQ

4 Kommentare

  • Hanna

    Hallo ihr beiden,
    wir sind gestern über eines eurer Videos gestolpert – und platzen fast vor Neid! 😉 Wunderschöne Eindrücke eurer Reise, die ihr da vermittelt… Wir würden auch gerne im April noch mit unserem Van nach Griechenland reisen und ihr habt uns Mut gemacht, dass wir das auch trotz C***** schaffen könnten. Sehr motiviert habe ich gestern Abend einen CP angeschrieben, ob wir die 7 Tage Quarantäne dort verbringen könnten. Die Antwort: ALLE CP in Griechenland seien bis Mitte Mai geschlossen. Wie habt denn ihr im Januar euren Quarantäne-CP gefunden? Falls ihr Tipps habt, wie die Einreise in diesen schrägen Zeiten gut gelingen kann, sind wir darüber froh und dankbar.
    Herzliche Grüße aus Süddeutschland,
    Hanna

    • Let's get otter here

      Hallo Hanna,
      vielen Dank für das Lob!🙂

      Da wir im Moment ausschließlich wild campen wissen wir leider nicht genau, wie die Lage auf den Campingplätzen aussieht. Wir können uns aber nicht vorstellen, dass alle Campingplätze geschlossen sind, da wir von anderen Reisenden gehört haben, dass sie auch in der letzten Zeit auf CPs standen.

      Wir haben damals auf Google Maps nach Campingplätzen gesucht und sind so auf den En Plo Camperstop in der Nähe von Aigio gekommen. Diesen können wir sehr empfehlen. Wir haben damals per Mail mit den Besitzern Yannis und Melina Kontakt aufgenommen (ikarvelis@yahoo.gr), bei Google gibt es aber glaube ich auch eine Telefonnummer. Wir haben uns in unserer Zeit dort sehr wohl gefühlt.

      Viel Erfolg bei der Einreise und liebe Grüße aus Griechenland
      Tina und Dirk

  • Hanna

    Liebe Tina, lieber Dirk,
    allerherzlichsten Dank für eure Antwort, die mir sehr geholfen hat.
    Tut mir total leid, dass ich euch das jetzt erst schreibe – aber wir haben sofort mit den Reisevorbereitungen begonnen und in dem Trubel ging es bisher leider unter. Bald schon geht es los, jiiipppiiieee!!
    Falls ihr etwas aus Deutschland braucht, sagt Bescheid! 😉
    Ganz liebe Grüße,
    Hanna

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