2021,  Europa,  Griechenland

Griechenland – Peloponnes Teil V: Neda-Wasserfälle und neue Action-Cam

Dieser Blogeintrag wird ausnahmsweise mal recht kurz und das Video am Ende ebenfalls etwas anders, als die meisten unserer bisherigen Beiträge. Den Grund dafür erläutern wir weiter unten. Das Grundprinzip bleibt aber gleich: im Folgenden Text erzählen wir von unseren Erlebnissen der letzten Tage/Wochen, untermauern das mit einer Auswahl an Fotos und präsentieren euch am Ende ein Video mit entsprechendem Bewegtbildmaterial dazu. Die Hauptrolle spielt dabei dieses Mal unser Besuch bei den faszinierenden Neda-Wasserfällen, aber auch der ein oder andere tolle Strand auf der griechischen Peloponnes-Halbinsel ist wieder mit dabei – und (natürlich) die Freistehplätze, auf denen wir die entsprechenden Nächte verbracht haben.

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Pakete auspacken

Es ist Mittwoch, der 10. März und wir stehen noch immer an dem Strand, an dem wir unseren letzten Blogeintrag beendet haben. Hier in der Nähe vom kleinen Ort ‚Kato Taxiarches‘ haben wir unseren Campervan auf einer kleinen, befestigten Fläche inmitten von Sanddünen geparkt. Wir genießen die tolle Aussicht, das Rauschen der Wellen und die Tatsache, dass der Küstenabschnitt hier nur recht wenig Zivilisation beherbergt – der Strand erstreckt sich in beide Richtungen kilometerweit und beim Strandspaziergang sind nur selten Häuser o.Ä. zu sehen. Es ist wirklich traumhaft hier.

Hier haben wir in den vergangenen Tagen unsere neue Drohne ausgepackt und erfolgreich getestet. Aber beim Postamt in Kalamata durften wir am Tag zuvor noch zwei andere Dinge in Empfang nehmen und nun hier auspacken: einen neuen Wasserhahn für das Waschbecken in unserer Küche und eine neue Action-Cam. Beides will ich kurz erläutern.

Wasserhahn: Bereits Anfang des Jahres haben wir festgestellt, dass der Wasserhahn in unserer Küche tropft. Nicht viel, aber immer mal wieder sind Tropfen in die Spülen gefallen. Das hat uns nicht wirklich verwundert, denn schließlich haben wir den kleinen Plastik-Einhebelmischer nun seit fast 2,5 Jahren einem Dauerbelastungstest unterzogen. Er tropft also – okay. Irgendwann würden wir ihn also mal reparieren und/oder austauschen müssen. Da wir aber manchmal durchaus faul sein können, haben wir das erst mal vor uns hergeschoben. Er funktionierte ja noch einwandfrei. Anfang Februar haben wir dann allerdings festgestellt, dass er verstärkt tropft, sobald wir duschen und dadurch der Druck im übrigen Wassersystem steigt. Tatsächlich sind dabei auch einige Tropfen auf der Unterseite des Wasserhahns ausgetreten und auf unseren Kühlschrank getropft. Das konnte so nicht bleiben und entsprechend haben wir den Wasserhahn stillgelegt und zusätzlich Tücher untergelegt.

Das konnte natürlich nur eine kurzfristige Lösung sein. Aber wo sollen wir eine neue Kartusche und/oder einen neuen Camping-Wasserhahn mit Mikroschalter (zur Aktivierung der Tauchpumpe) hernehmen, wenn hier Griechenland die meisten nicht-essentiellen Geschäfte geschlossen haben? Unser Glück im Unglück: Meine Eltern waren kurz davor, uns unsere bei ebay erworbene Drohne per Paket nach Griechenland zu schicken. Also haben wir kurzerhand einen Wasserhahn im niederländischen Onlinehandel erworben und ihn ebenfalls zu meinen Eltern schicken lassen. Die haben ihn mit ins Drohnen-Paket gepackt und drei Wochen später konnten wir ihn hier in Griechenland im Empfang nehmen. Der Aus- und Einbau ging rasch und unkompliziert. Seither erfreuen wir uns an einem neuen (und tollerweise auch etwas größeren) Wasserhahn. 🙂

Action-Cam: Wie ihr vielleicht mitbekommen habt, sind unsere Aufruf- und Abonnenten-Zahlen bei YouTube in den vergangenen 2-3 Monaten rasant angestiegen. Während die meisten unserer Videos in den vergangenen 2 Jahren bis dato selten über 5.000 Aufrufe erzielt haben, haben inzwischen zwei unserer Videos sogar die Marke von jeweils 100.000 Aufrufen erreicht. Absolut surreal! Im gleichen Zeitraum hat sich die Zahl unserer Abonnenten zudem in etwa verdreifacht. Mit diesen View-Zahlen und inzwischen über 17.000 Abonnenten bei YouTube haben wir mittlerweile eine Reichweite, die für einige Unternehmen interessant ist.

Und so hat es sich ergeben, dass wir vor einiger Zeit von Insta360 kontaktiert wurden, ob wir nicht Lust hätten, ihre neue, bald erscheinende Action-Cam auszuprobieren. Da wir beide sehr Technik-affin sind und immer neue Gadgets gebrauchen können, um unsere Reisen und Erlebnisse filmisch einzufangen (nicht nur wegen der abgestürzten Drohnen – wartet ab, was ich gleich noch zu berichten habe🙈), haben wir uns damit näher auseinandergesetzt. Nach ein paar E-Mails hin und her, in denen wir unsere Anforderungen und Restriktionen klar gemacht haben, haben wir letztlich zugestimmt und wenig später die Kamera zugeschickt bekommen.

Die vergangenen zwei Wochen haben wir also unter anderem genutzt, um Aufnahmen mit der neuen Kamera zu machen und daraus auch ein Video zu produzieren. Das findet ihr, wie immer, am Ende dieses Beitrags. Aufgrund des Kamera-Test unterscheidet es sich etwas von unseren bisherigen Videos – wir sind aber sehr zuversichtlich, dass wir auch für all diejenigen unter euch, die nicht an neuen Kameras interessiert sind, ein schönes Video produziert haben. 🙂

Neda-Wasserfälle

Zurück zum „jetzt“. Es ist Mittwoch, der 12. März, als wir morgens aufbrechen, um in die Berge zu den Wasserfällen zu fahren. Von der Küste aus sind es nur gut 30 km zum Parkplatz, von dem aus die kurze Wanderung startet. Trotzdem brauchen wir für die Strecke eine gute Stunde, da die Straße sehr kurvenreich ist, durch einige kleine Dörfer führt und vor allem die letzten paar hundert Meter recht grob sind – hier führt ein schmaler, zumeist schottiger und in Teilen recht steiler Weg in die kleine Schlucht hinein, in der sich die Wasserfälle befinden. Sowohl auf dem Parkplatz unten stehen bereits zwei Fahrzeuge (ein Camper), als auch weiter oben kommen wir an zwei Campern (natürlich mit deutschen Kennzeichen) vorbei. Das ist alles in allem aber recht wenig, denn die Neda-Wasserfälle scheinen vor allem im Sommer ein sehr beliebtes Ausflugsziel zu sein.

Wir parken unseren Ducato, ziehen unsere Laufschuhe an, werfen uns unserer Rucksäcke um und starten auf den 30-minütigen Trail hinunter zu den Wasserfällen. Zwei Stück soll es hier geben – erst einen kleinen, dann einen etwas größeren. Auf dem Weg dorthin sind wir komplett allein. Wir laufen durch einen dichten Wald etwas oberhalb entlang des Flusses, der den Neda-Wasserfällen ihren Namen gibt. Der Frühling schickt mit den ersten blühenden Blumen seine Anzeichen voraus. Das Rauschen des Wassers wird lauter und lauter und nach etwa 25 Minuten kommen wir hier an:

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Der kleine Fluss stürzt hier etwa 5m eine steinige Rutsche hinunter. Das Wasser ist sehr klar und schimmert türkis-blau. Der kleine natürlich Pool wird durch eine Brücke überspannt, die zum zweiten Wasserfall führt. Dahinter nehmen wir erstmal eine falsche Abzweigung, die kurz darauf an einer alten Kapelle endet. Wir gehen ein paar Meter zurück und finden dann den offensichtlich richtigen Weg. Denn das ist der Anblick, der uns 100 Meter später empfängt:

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Was ein Anblick! Es ist noch deutlich schöner, als wir erwartet hatten. Das Wasser stürzt hier geschätzt 10-12 Meter in die Tiefe und sammelt sich auch hier zunächst in einem natürlichen Pool, bevor es über einige Kaskaden weiter den Fluss hinunter fließt. Der Wald gibt über uns eine Lichtung frei, sodass die Mittagssonne genau auf uns scheint. Das lädt zum schwimmen ein – nicht nur, weil es sicher schöne Aufnahmen für das Video ermöglicht. Badehose und Handtuch habe ich dabei und so beginne ich mich direkt umzuziehen.

Ich komme jedoch nur dazu, mein T-Shirt auszuziehen, ehe ich sehe, dass neben mir gerade unsere Kamera (nicht die kleine Action-Cam, sondern unsere „große“ DSLM) von der Sitzbank gefallen ist und neben mir den Felsen in Richtung Wasser hinunterkugelt. Ich laufe/springe zwar direkt hinterher, aber ich erreiche die Kamera nicht, bevor sie ins Flusswasser fällt. Das Wasser ist zwar komplett klar und an dieser Stelle auch nur 50 cm tief, aber das reicht natürlich, um damit die Kamera komplett eintaucht. Fuuuuuck!

Aber ich habe gar keine Gelegenheit dazu, den Schock zu verarbeiten, denn genau in dem Moment, als ich die Kamera ans trockene Ufer lege, sehe ich, wie die Drohne in ihrem kleinen Transport-Case ebenfalls den Felsen herunter rutsch. Was zur Hölle ist hier los?!?! Bevor ich die Drohne in ihrem Case erreichen kann, fällt auch sie ins Wasser. Etwa 2 m von mir entfernt. Im Gegensatz zur Kamera geht sie jedoch nicht unter, sondern treibt an der Oberfläche, da das Case zumindest einigermaßen wasserdicht ist. Problem: sie wird von der Strömung des Flusses erfasst und treibt direkt weg. Noch immer mit Hose und Schuhen bekleidet, stürze ich mich hinterher; einige Meter durch das knietiefe Wasser, dann eine 2 m Kaskade hinunter hinein in einen kleinen Pool. Dort driftet die Drohne zum Glück zum Rand und verliert an Geschwindigkeit, sodass ich sie dort aus dem Wasser fischen kann. Ich öffne direkt den Reißverschluss des Cases und sehe, dass zum Glück nur einige Tropfen ins Innere gedrungen sind. Puh, das scheint noch einmal gut gegangen zu sein. Aber da ist ja immer noch die Kamera.

Ich klettere durchnässt den Felsen wieder hinauf und sehe, dass Tina von der ganzen Aktion gar nichts mitbekommen hat, da sie hinter einem Baum stand und den Wasserfall bewundert hat. Zusammen trocknen wir die Drohne und die Kamera bestmöglich ab, öffnen alle Öffnungen, damit nach innen eingedrungenes Wasser ablaufen kann und legen dann alles zusammen in die Sonne zum trocknen. Die Akkus hatte ich bereits als aller erstes rausgenommen. Puh, das könnte ein teures Missgeschick gewesen sein. Selbst wenn die Drohne keinen Schaden genommen hat, bin ich da bei der Kamera nicht so optimistisch. Unsere Panasonic Lumix G81 ist zwar eine toll konstruierte Kamera, die mit ihrem aufgesetzten Objektiv spritzwassergeschützt ist (mit ein Grund für den Kauf damals), aber ein komplettes Eintauchen ins Wasser ist damit natürlich nicht gemeint. Tatsächlich ist auch deutlich sichtbar Wasser ins Innere des Objektivs eingedrungen.

Naja, wir können jetzt nichts machen, sondern nur warten und hoffen. Tatsächlich bin ich überraschend ruhig statt wütend. Wichtigste Regel bei solchen Missgeschicken: mehrere Tage trocknen lassen, um sicherzugehen, dass wirklich keine Feuchtigkeit mehr im System ist und erst dann wieder einen Akku einlegen, um zu testen, ob sie noch funktioniert.

Um mich abzulenken (und da ich ja sowieso schon komplett nass bin), gehe ich jetzt erstmal schwimmen. Natürlich stoße ich mir beim Schuhe ausziehen auch noch einen Finger, der seitdem ein bisschen blau und angeschwollen ist. Ich habe einfach einen Sahne-Tag erwischt. Aber der Wasserfall ist wirklich schön (!) und so kalt das Wasser auch ist, so cool ist das Erlebnis, mich unter die herabstürzenden Fluten zu stellen. Tina kann ich leider nicht dazu überreden, mir ins kühle Nass zu folgen.

Glücklich über das Wasserfall-Erlebnis und zugleich besorgt wegen des Kamera-Unfalls machen wir uns im Anschluss auf den Rückweg. Zurück beim Camper legen wir die Kamera- und Drohnenbestandteile auf das Armaturenbrett, da sie dort von der starken Sonne am stärksten aufgeheizt werden (tatsächlich empfehlen einige Quellen, dass man Kameras bei solchen Fällen für einige Zeit bei 50°C in einen Backofen legen soll). Einen Backofen haben wir nicht, aber auch so können wir merklich sehen, dass einige der Wassertropfen im Inneren des Objektivs zu verschwinden beginnen. Die nächsten Tage lassen wir sie daher dort liegen und drücken unsere Daumen.

Nachricht aus dem Jetzt: Heute kann ich berichten, dass die Drohne glücklicherweise keinerlei Schaden genommen hat und tatsächlich – wie durch ein Wunder – auch unsere Kamera noch komplett zu funktionieren scheint. Im Inneren des Objektiv sind zwar durch die getrockneten Wassertropfen Rückstände auf den Objektivgläsern zu sehen, jedoch scheinen die weder auf Fotos noch in Videos sichtbar zu sein. Selbst bei Gegenlicht konnte ich bisher keine Verzerrungen o.Ä. feststellen. Hoffen wir, dass sich das im Langzeittest bewahrheitet. Für den Moment sind wir in jedem Fall erstmal sehr sehr froh! 🙂

Camping am Strand

Nach dem Kamera-Schock und dem wirklich schönen Ausflug zu den Wasserfällen, fahren wir wieder zurück zur Küste. Nicht zum gleichen Stellplatz, auf dem wir die letzten drei Nächte standen, sondern zu einem, der in park4night ein paar Kilometer weiter südlicher markiert ist. Als wir dort ankommen, stellen wir jedoch fest, dass auf dem kleinen Parkplatz am Strand nicht nur bereits einige Einheimische stehen, sondern auch ein Camper (aus welchem Land dürft ihr gerne raten). Das ist uns etwas zu voll und daher fahren wir weiter. Aber an der Westküste der Peloponnes-Halbinsel ist ein toller Stellplatz am Strand selten weit. Und so stehen wir wenige Minuten später, wenige Kilometer weiter nördlich an diesem Platz (Neochori Beach, Zacharo):

Hier verbringen wir einige Tage und arbeiten uns durch die Flut an Fotos und Videos, die sich schon wieder angesammelt haben. Wir erstellen den letzten Blogeintrag samt Video (Griechenland – Peloponnes Teil IV: Hundewelpen und einsame Strände) und beantworten die E-Mails und Kommentare, die sich inzwischen regelmäßig in recht stattlicher Zahl bei uns sammeln. Den regen Austausch mit unseren ZuschauerInnen finden wir toll. Es macht Spaß, die vielen motivierende und inspirierende Nachrichten zu lesen, die uns so erreichen. Es freut uns riesig, wenn sich Menschen bei uns bedanken – sei es für Informationen zu Ländern und Regionen oder auch einfach nur für die Ablenkung in diesen ungewöhnlichen Zeiten. Auch tolle Ausflugs-Tipps bekommen wir hier inzwischen regelmäßig.

Bei all den tollen Kommentaren und E-Mails darf man aber nicht vergessen, dass wir auch immer mal wieder kritische Kommentare bekommen. Ist Kritik sachlich vorgetragen, finden wir das ja gut – nur so kann man lernen und sich entwickeln. So antworten wir dann auch. Manchmal bekommen wir aber wirklich merkwürdige Dinge an den Kopf geworfen. Wenn es sich dabei um rechtes oder im weitesten Sinne diskriminierendes Gedankengut handelt, löschen wir solche Kommentare in der Regel direkt – sowas hat bei uns keinen Platz (und eine anonyme Diskussion in Kommentarspalten bringt bei solchen Themen i.d.R. nichts). Aber heute wollen wir euch mal einen Kommentar aus der Kategorie „merkwürdig“ präsentieren, den wir vor Kurzem unter unserem Pakistan-Video bekommen haben:

Kommentar_YouTube_001

Spannend, oder?! Naja, das gehört wohl mit dazu. Die mit Abstand meisten Kommentare sind ja glücklicherweise sehr positiv. 🙂

Damit kommen wir nun auch zum Ende des heutigen Beitrags. Wir senden euch ganz liebe Grüße aus dem Süden Griechenlands und wünschen euch nun viel Spaß beim Anschauen des folgendes Videos – sofern ihr mögt.

Tina & Dirk

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