2021,  Europa,  Frankreich

Die westliche NORMANDIE🇫🇷 – mit dem WOHNMOBIL in FRANKREICH – Roadtrip & Stellplätze Cotentin Halbinsel – Frankreich Part IV

Unser Roadtrip durch die Normandie führt uns weiter in den Westen und auf die tolle Cotentin Halbinsel. Wir übernachten an einigen traumhaften Stränden, schauen uns Leuchttürme, die raue See und Landzungen an, freuen uns über die Wohnmobil-Infrastruktur in Frankreich, übernachten an noch mehr tollen Stränden, besichtigen kleine, bunte Häuser und begeben uns auf die Spuren von Christian Dior. Alles in allem ist schon wieder ganz schön viel passiert in einer Woche Vanlife. Viel Spaß!

Hallo zusammen. Kurze Info vorab: Das hier ist noch nicht der Beitrag, in dem wir euch von unserem angekündigten Abstecher zum faszinierenden Mont Saint Michel berichten. Das machen wir ganz ausführlich in der nächsten Woche. Und ich glaube, wir verraten nicht zu viel, wenn wir sagen, dass das echt ein großes Highlight für uns war. Aber auch in diesem Beitrag gibt es wieder einiges zu berichten, denn wir haben in den in den vergangenen Tagen viel erlebt, sind von Gatteville aus die komplette Küste der Cotentin-Halbinsel entlang gefahren und haben dabei immer mal wieder Zwischenstopps an schönen Stränden, rauen Küstenabschnitten und malerischen Orten eingelegt. Hier die Route, die wir letztlich gefahren sind:

Leuchttürme von Gatteville

Es ist Donnerstag, der 21. Oktober 2021. Nachdem wir die letzten zwei Tage beim rund 170 km entfernten Le Mont-Saint-Michel verbracht haben (um das gute Wetter dort auszunutzen), sind wir nun zurück in der nördlicheren Normandie. Wir beginnen unsere Reise entlang der Küste der Cotentin Halbinsel in Gatteville. Die kleine Gemeinde am nordöstlichen Zipfel der Cotentin Halbinsel ist vor allem für ihren Leuchtturm bekannt. Der ist nämlich mit 75,3 m der dritthöchste Leuchtturm der Welt.

Er wurde im Jahr 1835 errichtet, um den rund 60 Jahre zuvor errichteten, deutlich kleineren Leuchtturm an dieser Stelle zu ersetzen und die Küste entsprechend besser ausleuchten zu können. Der alte Turm wurde erhalten und steht heute genauso wie der neue Turm unter Denkmalschutz.

Nur ein paar hundert Meter von den Leuchttürmen entfernt, öffnet sich die raue, steinige Küstenlinie für einen breiten Sandstrand. Hier am Strand von L’Anse de Gattemare stellen wir unseren Campervan am Straßenrand ab, um die tolle Aussicht zu genießen. Die gefällt uns so gut, dass wir schließlich entscheiden, für die Nacht hier zu bleiben. Ich gehe am Strand spazieren, abends versuchen wir uns daran, eine Pizza in unserem neuen Omnia-Backofen zuzubereiten und lassen den Tag anschließend entspannt ausklingen.

Wohnmobil-Infrastruktur in der Normandie

Am nächsten Morgen fahren wir weiter. Auf kleinen, schmalen Straßen folgen wir der Küste. Für einen kleinen Moment machen wir aber einen Abstecher ins Inland, um im Örtchen Saint-Pierre-Église mal wieder unsere Tanks zu leeren und aufzufüllen. Wie schon so häufig zuvor in der Normandie, gibt es auch hier wieder eine kostenlose Ver- und Entsorgungsstation. Man kann das nicht oft genug sagen: die Infrastruktur für Wohnmobile ist hier in Frankreich bzw. zumindest hier in der Normandie wirklich hervorragend. Toilette leeren, Grauwassertank leeren, Frischwasser auffüllen – alles kostenlos. Da können sich andere Länder wirklich mal eine Scheibe von abschneiden!

Und dabei geht es uns gar nicht so sehr darum, dass die Ver- und Entsorgungsstation hier häufig kostenfrei sind. Vielmehr geht es darum, dass es hier in der Normandie überhaupt so viele Stationen gibt. Manchmal auf Supermarktparkplätzen, manchmal auf öffentlichen Stellplätzen, manchmal einfach am Rande eines Ortes, so wie hier in Saint-Pierre-Église. Das macht das Reisen sooo viel entspannter. Wenn sie dann auch noch kostenlos sind, umso besser. Wirklich toll!

Im Anschluss geht es weiter. Aber wirklich weit kommen wir nicht, denn zurück an der Küste kommen wir ziemlich schnell zum folgenden Strandparkplatz, an dem wir dann auch gleich einen kompletten Tag verbringen.

Cherbourg

Danach fahren wir nach Cherbourg, in die mit Abstand größte Stadt im Umkreis. Dort wollen wir keine große Stadtbesichtigung machen, uns aber zumindest mal den riesigen Hafen anschauen und auch das U-Boot, das hier in einem Trockendock des Marine-Museums liegen soll. Das U-Boot Le Redoutable ist mit 128 m Länge das größte, öffentlich ausgestellte U-Boot der Welt. Es wurde 1967 gebaut, bot einer Besatzung von 135 Personen Platz und war das erste von einem Atomreaktor angetriebene U-Boot Frankreichs. 

Heute kann es im Tiefsee-Museum Cité de la Mer besichtigt werden. Wer, wie wir, nur auf der Durchreise ist, kann das U-Boot zumindest von außen aber auch ohne Museumsbesuch besichtigen. Das gleiche gilt für die beeindruckende Eingangshalle des Museums, in dem eine ganze Reihe unterschiedlicher Gefährte für die Unterwasser- und Tiefseeforschung ausgestellt sind. Darunter auch ein Nachbau in Originalgröße der Deepsea Challenger, mit der James Cameron 2012 im Marianengraben auf eine Tiefe von 10.898 m tauchte.

Cap La Hague

Entlang der Route des Caps, einer landschaftlich sehr schönen Straße entlang der Küste, fahren wir anschließend bis an den nordwestlichen Zipfel der Cotentin-Halbinsel, das Cap de la Hague. Auf dem Weg dorthin ziehen dichte Wolken auf, was an der sowieso schon rauen Küste ein zusätzliches mystisches Flair versprüht. Am Cap La Hague selbst lassen wir dann erst unsere Drohne steigen und gehen im Anschluss eine Runde spazieren, ehe uns der einsetzende Regen zurück zum Camper treibt.

Toller Stellplatz an der Küste von Bretteville-Sur-Ay

Wo Regen ist, kommt in der Regel auch irgendwann wieder die Sonne raus. So auch hier. Darauf warten wir aber nicht am Cap La Hague, sondern fahren schonmal weiter in Richtung Süden. Wir kommen rund 70 km, bevor wir unser Nachtlager aufschlagen. Am nächsten Morgen erwachen wir HIER: 🙂

Wirklich toll, auf was für Stellplätzen wir in den letzten Wochen hier in Frankreich schon wieder übernachtet haben. Wie schon eine ganze Reihe anderer Länder, überrascht uns auch Frankreich in Bezug auf mögliche Freistehplätze. Aber auch hier gilt natürlich: wir sind wieder einmal antizyklisch unterwegs, d.h. wir reisen hier gerade in der Nebensaison und entsprechend sind sehr viel weniger Wohnmobile unterwegs, als sicher im Sommer. Und wenn das auch bedeutet, dass die Temperaturen kälter sind und es häufiger mal regnet, so sehr genießen wir es, problemlos und ungestört auf solchen Plätzen übernachten zu können.

Gouville-sur-Mer & Granville

Nach den tollen Tagen am Meer, planen wir im Anschluss mal wieder ein bisschen Sightseeing. Zuerst schauen wir uns die bunten Strandhäuser in Gouville-sur-Mer an, die wir durch Zufall auf Google Maps entdeckt haben. Hier lassen wir unsere Drohne über den breiten, kilometerlangen Strand fliegen und erfreuen uns an den bunten, kleinen Häusern in der schönen Dünenlandschaft.

Im Anschluss fahren wir ins 40 km entfernte Granville. Das ehemalige Fischerdorf ist mit seiner schönen Küstenlinie heutzutage ein beliebtes Ausflugsziel. Was in Teilen sicher auch daran liegt, dass Granville nur eine knappe Autostunde vom berühmten Le Mont-Saint-Michel entfernt ist. Wir schauen uns zunächst ein bisschen die alte, von Festungsmauern umgebene Oberstadt an und spazieren im Anschluss zum beginnenden Sonnenuntergang über die Strandpromenade. An dessen Ende führt eine schmale Treppe hinauf zum Museum und Garten von Christian Dior, der in Granville geboren wurde und hier einst in einer Villa lebte.

Und damit kommen wir auch schon wieder zum Ende des heutigen Beitrags. Wir haben ganz schön viel gesehen, obwohl wir nur rund 200 km gefahren sind. Und wir finden, eine Tour über die Cotentin-Halbinsel lohnt sich auf alle Fälle. Wir hätten hier definitiv noch deutlich mehr Zeit verbringen können. Aber uns zieht es jetzt langsam wirklich weiter in den Süden der Sonne hinterher. 

Dazu gibt’s im nächsten Beitrag dann auch ein paar Neuigkeiten. Zudem werden wir euch in der nächsten Woche mitnehmen auf unsere Erkundungstour des Mont-Saint-Michel. Definitiv unser Highlight in der Normandie. Also schaut gerne auch in der nächsten Wochen wieder vorbei.

Bis es soweit ist, senden wir euch viele liebe Grüße aus der Ferne! 

Tina & Dirk

Link zu YouTube: https://youtu.be/atQnGoy_oQA

Ein Kommentar

  • Susanne Jupe

    Hallo,

    ich habe schon auf diesen Bericht gewartet und ihn heute Morgen sehr genossen. 🙂 Ich bin gespannt auf eure Erfahrung mit dem *Michel*. Für mich war es das Highlight unserer Reise; ich konnte mich nicht trennen. Zudem hatte ich das Glück, für mich perfekte Bilder zum Sonnenaufgang und Untergang machen zu können; alles an einem Tag. 🙂
    Ich wünsche euch noch eine gute Reise und fast regenfreies Wetter. Kalt soll es ja im Moment nicht sein, erzählen Bekannte, die auch in eurer Ecke unterwegs sind.

    Nette Grüße

    Susanne Jupe

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