Asien,  Thailand

#24 Thailand Teil VI – Hinterland

Wow, das hier ist wirklich schon der sechste Blogeintrag aus Thailand. So Thailand-lastig sollte unser Trip ja eigentlich nicht werden, aber was will man machen – alle umliegenden Grenzen sind noch immer zu und so sind wir nach wie vor hier. Inzwischen seit über 6 Monaten. Langweilig ist uns aber immer noch nicht. Wir haben wieder einmal ein bisschen was erkundet. Und wir haben an großen Neuigkeiten gearbeitet – aber davon berichten wir euch erst im nächsten Blogeintrag. 😉

Nachdem wir im letzten Blogeintrag (#23 Thailand Teil V – Ostküste) zusammengefasst haben, wie wir von Koh Phangan aus die Ostküste Thailands erkundet haben, nehmen wir euch dieses Mal mit ins thailändische Hinterland. In den vergangenen zwei Wochen sind wir wieder einmal sehr viel gefahren – fast 2.000 km. Dabei haben wir uns hauptsächlich in der Isaan Region Thailands bewegt – einem Teil Thailands, in den sich in der Regel nur recht wenige Touristen verirren. Auf dem Weg dorthin sind wir jedoch auch eine der bekanntesten Touristenattraktionen Thailands angefahren: die ehemalige Hauptstadt des siamesischen Königreichs Ayutthaya. Aber wie immer fangen wir vorne an.

Hua Hin

Es ist Freitag, der 7. August 2020 und wir stehen etwa 50 km südlich von Hua Hin auf einer Wiese direkt am Strand. Ein toller Stellplatz. Die letzten Tage haben wir hier am letzten Blogeintrag/Video gearbeitet. Da der inzwischen hochgeladen ist, ist es für uns an der Zeit weiterzuziehen. Wir wollen weiter in Richtung Norden. Wir haben noch 150 km der Ostküste vor uns – und noch den gesamten Nordosten Thailands, in dem wir bisher noch überhaupt nicht waren.

Zunächst fahren wir nach Hua Hin. Die Stadt am Golf von Thailand ist wahnsinnig touristisch. Zwar reizt Tina der dortige McDonald’s und mich der große Rutschen-Park, aber wir bleiben trotzdem nicht länger. Halt machen wie aber an einem kleinen Tempel und am Rajabhakti Park, in dem überdimensionale Statuen der sieben Könige der Sukothai Dynastie aufgestellt sind.

Danach fahren wir weiter die Küste entlang und erreichen am frühen Abend den Stellplatz, der Mitte Januar unser erster Schlafplatz am Meer in Thailand war. Wahnsinn wie lange das her ist…

Das Land der Tempel und Buddha-Statuen

Wir könnten jetzt nach Bangkok fahren. Nur noch 170 km sind es vom Stellplatz bis zur thailändischen Hauptstadt. Doch wir machen im wahrsten Sinne des Wortes zunächst einen großen Bogen um die Mega-Metropole. Bangkok wollen wir uns erst zu einem späteren Zeitpunkt anschauen.

Unser Ziel für jetzt ist der Wat Tham Suea, ein großer Tempel in der Provinz Kanchanaburi. Diesen imposanten Tempel mit seinem rund 18m hohen, goldenen Buddha hatten wir auf Fotos gesehen. Doch auf dem Weg dorthin passiert mal wieder das, was hier in Thailand so häufig passieren kann: wir sehen am Straßenrand einen anderen Tempel mit einer eigenen, großen Buddha-Statue. Dieser ist nicht golden, sondern in Weiß gehalten, aber nicht minder imposant. Vor allem seine Verortung auf einem Hügel mit Kalksteinfelsen (?) im Hintergrund inmitten tiefgrüner Reisfelder macht ihn zu einem wahnsinnig tollen Fotomotiv.

„Hier vorab ein Foto – weitere Bilder gleich unten in der Übersicht zum Durchklicken“

Wir fangen unsere Drohne wieder ein und fahren dann weiter zu unserem eigentlichen Ziel. Dort angelangt begutachten wir den Tempel zunächst aus der Ferne. Er befindet sich ebenfalls auf einem kleinen Hügel und besticht neben seiner großen, goldenen Buddha Statue auch noch durch eine Reihe anderer Pagoden und Bauten (teils mit chinesischem Einfluss). Wir halten an einem Cafè, das zu dem Zweck, ein tolles Fotomotiv zu bieten, einen Steg über ein paar Reisfelder gebaut hat. Von hier kann man den Wat Tham Suea Tempel bestaunen und zugleich auf Wunsch die hier bei Thailands Jugend so beliebten Instagram-Bilder machen.

Um etwas näher ran zu kommen an den Tempel, schicken wir zunächst unsere Drohne noch einmal los. So können wir den Tempel nicht nur aus der Luft, sondern auch von der uns abgewandten Seite begutachten. Ein kurzer Blick auf das „geschossene“ Material macht uns klar: den Tempel wollen wir uns auch noch aus nächster Nähe anschauen.

Und das lohnt sich wirklich! Die Tempelanlage, in der aktiv gebetet wird, ist vollgepackt mit gold-schimmernden Bauten, imposanten Gemälden und detailreich verzierten Statuen. Das Ganze ist eingebettet in eine tolle Landschaft aus Hügeln und Reisfeldern. Wenn ihr mal in Thailand seid, können wir euch einen Abstecher hierher nur wärmstens empfehlen. Oh, und kostenlos ist das Ganze zudem auch noch!

Komplett durchgeschwitzt und noch mit leicht schwindeligen Köpfen vom vielen Treppensteigen setzten wir uns nach der Erkundungs-Tour durch den Tempel wieder in unseren Camper. Denn wir haben heute noch ein weiteres religiöses Ziel anvisiert: die größte Buddha-Statue Thailands.

Mit einer Höhe von 92 m und einer Breite von 63 m ist der ‚Great Buddha of Thailand‘ im Wat Muang Tempel die größte Statue Thailands und zugleich die neunt-größte Statue der Welt. Und wow, dieser gold-angestrichene Koloss aus Beton ist wirklich riesig. Schon aus großer Entfernung können wir ihn sehen. Als wir letztlich ankommen, stellen wir fest, dass auch diese Tempelanlage wieder deutlich mehr zu bieten hat, als eine große Buddha-Statue.

Wir sind nicht überrascht, ein paar weitere kunstvoll verzierte Gebäude und Statuen vorzufinden. Womit wir jedoch nicht gerechnet hatten ist das, was sich letztlich als eine umfangreich ausgeprägte Version eines sogenannten ‚Höllengarten‘ herausstellt. Zahlreiche lebensgroße Zementfiguren zeigen in drastischen, teilweise makaberen Szenen, was einem potenziellen Sünder in der Hölle erwartet. Das soll wohl der Abschreckung dienen. Ergibt Sinn. Warum fast alle dieser Figuren jedoch mit riesigen, entblösten Geschlechtsteilen dargestellt werden, bleibt uns ein Rätsel 😅 – vor allem weil diese Höllengärten scheinbar vor allem von Familien mit Kindern besucht werden.

Ayutthaya

Am Abend fahren wir noch weiter nach Ayutthaya, das nicht nur unser Ausflugsziel für den nächsten Tag ist, sondern auch den ein oder anderen guten Stellplatz bereithalten soll (‚gut‘ im Sinne von gut für ein Stadtzentrum). Es erfordert ein bisschen Suche, aber letztlich finden wir tatsächlich einen recht ruhigen Platz – einen Parkplatz am Straßenrand inmitten eines großen Parks. Wir verbringen eine ruhige Nacht und sind am nächsten Morgen in perfekter Ausgangslage, um die Stadt zu erkunden.

Was macht Ayutthaya so interessant? Die Stadt war von 1351 bis 1767 Hauptstadt des siamesischen Königreichs Ayutthaya und im 18. Jahrhundert die wichtigste Metropole Südostasiens. Die Ruinen der in großen Teilen zerstörten Altstadt sind heute als Geschichtspark geschützt und gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe. Diejenigen Bauten, die (zumindest in Teilen) bis heute erhalten sind, zeugen von der Bedeutung der Stadt in der damaligen Zeit. Wirklich beeindruckend zu sehen.

Auffällig ist, dass wir rund um die Tempelanlagen nur äußerst wenig andere Menschen sehen. Eigentlich ist Ayutthaya – auch aufgrund seiner Nähe zu Bangkok – eines der am stärksten frequentierten Touristenattraktionen des Landes (zumindest abgesehen von den Inseln und Stränden im Süden). Aber klar, das liegt an der Corona-Pandemie und der nun schon seit Monaten geltenden Einreisesperre nach Thailand. Schon seit Ende März dürfen keine neuen Touristen mehr ins Land. Und viele von denen, die zu dieser Zeit schon/noch hier waren, sind inzwischen in ihre Heimatländer zurückgekehrt. Das trifft Thailand, das im letzten Jahr fast 40 Millionen Touristen angezogen hat und dessen Wirtschaft entsprechend stark davon abhängt, natürlich besonders stark.

Issan Region / Nordost-Thailand

Nach einem vollgepackten Sightseeing-Tag in Ayutthaya machen wir uns auf den Weg raus aus der Stadt. Der Stellplatz hier war zwar gut, aber auch sehr heiß. Für die nächste Nacht wollen wir uns wieder einen Platz suchen, an dem vielleicht ein bisschen Wind weht und bei dem wir entspannt unsere Fenster öffnen können.

Wir brechen auf in Richtung Nord-Osten. In den nächsten Tagen wollen wir durch die Isaan-Region Thailands fahren. Diese sehr durch Landwirtschaft geprägte Region Thailands wird im Norden und Osten durch den Mekong und somit zugleich durch die Grenze zu Laos begrenzt und im Süden durch die Grenze zu Kambodscha. Hierher ‚verirren‘ sich in der Regel nur verhältnismäßig wenig Touristen. Aber wenn wir schon mal da sind – und das auch noch mit dem eigenen Fahrzeug – wollen wir uns in diesen Teil Thailands auch ein bisschen umschauen.

Nach gut 2 Stunden Fahrt erreichen wir einen Stausee, dessen Ufer eine große Wiese bildet, auf der wir einen guten Stellplatz finden. Hier bleiben wir gleich zwei Nächte, da es uns so gut gefällt.

Im Anschluss fahren wir hoch in den Norden nach Udon Thani. Mit rund 250.000 Einwohnern ist die Stadt eines der wichtigsten wirtschaftlichen Zentren im Nordosten. Bekannt wurde die Stadt vor allem aufgrund seiner Thai-US-Militärbasis, die hier zu Zeiten des Vietnam-Kriegs erbaut wurde. Wir kommen jedoch hauptsächlich hierher, um uns die überdimensionalen Quietscheentchen anzuschauen, die hier im See eines Parks schwimmen 😅.

Am nächsten Morgen sagen wir uns: wenn wir schon einmal so weit hier im Norden sind, fahren wir jetzt auch noch die letzten Kilometer hoch zur Grenze mit Laos. Das geht fix und wenig später stehen wir am Mekong, einem der längsten Flüsse der Welt. An einem kleinen Stand kaufen wir uns zwei süße, leckere Eiskaffees (die gibt es hier an jeder Ecke und kosten i.d.R. kaum mehr als 1€) und schauen auf das gegenüberliegenden Laos. So nah und doch so fern. Eigentlich wollten wir schon längst durch Kambodscha und Laos nach China gereist sein. Es sieht momentan nicht danach aus, dass das in naher Zukunft noch klappen wird. Wann die Grenzen wieder geöffnet werden, steht noch immer in den Sternen.

Wir drehen um und fahren zurück gen Süden. Aber nicht auf der gleichen Strecken, die wir gekommen sind, sondern in einem großen Bogen entlang der Grenzen zu Laos und Kambodscha. Wir lassen uns ein bisschen treiben. Unser nächstes anvisiertes Ziel ist noch über 600 km weit entfernt. Wir fahren auf kleinen Straßen und durchqueren viele kleine Dörfer. Die Landschaft ist Grün und auf den Feldern werden hauptsächlich Reis, Mais und Maniok angebaut. Das Wetter ist wechselhaft; mal schüttet es wie aus Eimern, mal scheint die Sonne.

Bei Einbruch der Dunkelheit erreichen wir den Phu Mu Forrest Park, um an dessen Viewpoint die Nacht zu verbringen. Der Parkplatz war auf iOverlander als möglicher Übernachtungsort markiert. Als wir dort ankommen, stellen wir jedoch fest, dass aus dem Forrest Park inzwischen ein Nationalpark gemacht wurde. Das geht i.d.R. mit Zutrittsbeschränkungen und der Notwendigkeit eines Ticket-Kaufs einher. Als wir vor der verschlossenen Schranke stehen, kommt jedoch ein junger Mann herbei und öffnet uns nach kurzer Unterhaltung mit Hand, Fuß und einem kleinen bisschen Englisch die Schranke. Sehr nett! Die Nacht ist ruhig und angenehm kühl, da der Viewpoint auf einem kleinen Hügel inmitten dichten Dschungels liegt.

Am nächsten Morgen fahren wir weiter zum Phanom Rung Tempel. Ihr könntet denken: Habt ihr jetzt inzwischen nicht schon genug Tempel besichtigt? Nein! Denn dieser Tempel ist anders als die, die wir uns bisher angeschaut haben. Er wurde von den Khmer erbaut und erinnert in seiner Architektur stark an die Tempel im lediglich 250 km von hier entfernten Ankor in Kambodscha. Für uns ist der Phanom Rung quasi ein kleiner Ersatz für das gigantische Ankor Wat, das wir uns aufgrund der geschlossenen Grenzen momentan leider nicht anschauen können.

Hier nun die gesammelten Bilder unseres Roadtrips durch die Isaan Region:

Golf von Thailand (wieder einmal)

Ok, genug Kultur, zurück zum Meer.🙂 Von Phanom Rung zur Küste sind es etwa 300 km bzw. 5 Fahrstunden entlang der Grenze zu Kambodscha. Wir übernachten zwischendrin noch einmal an einem Stausee. Die Nacht hier ist jedoch alles andere als ruhig. Nicht nur starker Regen lässt hält uns wach, sondern auch laute Explosionen, die die ganze Nacht lang immer wieder zu hören sind. Die scheinen, wie wir am nächsten Morgen herausfinden, von einem nahe gelegenen Militärstützpunkt zu kommen. Am Straßenrand vor einer Werkstatt sehen wir bei unserer Abfahrt auch ein Flakgeschütz stehen.

Als wir am frühen Nachmittag letztlich an der Küste ankommen, ist es so diesig, dass man den Übergang vom Himmel zum Wasser nur schwer erkennen kann. Aber wir finden einen netten Stellplatz an einer wenig befahrenen Straße direkt am Strand und warten dort auf besseres Wetter. Das kommt glücklicherweise schnell und hält auch die nächsten Tage über an. Sehr cool!

Nach 5 Tagen an diesem tollen Strand fahren wir weiter in Richtung Pattaya und Bangkok. Davon erzählen wir euch dann aber im nächsten Blogeintrag; genauso wie, was es mit dem folgenden Bild auf sich hat 🙂:

Viele liebe Grüße aus der Ferne,
Tina & Dirk

2 Kommentare

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    Sabine und Andreas

    Hallo ihr beiden!!!! Mit großem Interesse haben wir euren Blog angesehen und sind nun auch wieder im Reisefieber. Leider ist das ja momentan alles bissi schwierig. Da wir schon seit 18 Jahren immer wieder (1-2x im Jahr) nach Thailand reisen, sind wir gerade jetzt – wo ihr schon 6 Monate dort seid – eigentlich gedanklich mit euch 🙂 Unsere letzten langen reisen waren „nur“ 4 Monate – Vietnam, Hongkong, Fiji (hat uns nicht gefallen) Singapur, Thailand …. Jedoch haben wir uns voriges Jahr einen VW T5 gekauft und bauen diesen gerade um, da wir voriges Jahr im Sommer schon entschieden haben – WIR MÜSSEN MIT DEM AUTO NACH THAILAND!!!!!!!!!! Ich hoffe, ich langweile euch nicht….. Wir finden es toll, was ihr macht! Es hört sich blöd an, aber wie gerne würden wir gerade mit euch tauschen. Da wir uns immer auf der Insel Koh Lanta aufhalten (und umliegende Inseln abklappern) Unsere Freunde von der kleinen Insel sind ja Großteils in der Nebensaison auch nicht dort, sondern im ganzen Land verteilt. Solltet Ihr noch Koh Lanta kommen, würden wir ne ganz liebe Familie kennen, die sich sicher über einen Besuch freuen würden!!! So jetzt nerve ich euch nicht länger und schicke gaaaaaaaaaaaaaanz liebe Grüße aus WIEN!!!! Sabine und Andreas

    • Let's get otter here

      Let's get otter here

      Hallo ihr beiden!
      Freut uns sehr zu hören, dass ihr auch plant, mit dem Auto von Europa nach Thailand zu fahren – wir können einen Roadtrip durch Asien wirklich absolut empfehlen! 🙂
      Wir freuen uns auch, dass ihr den Weg hierher gefunden habt und hoffen, dass ihr hier ein paar nützliche Informationen findet oder ein bisschen Inspiration für eure Route mitnehmen könnt. Wir drücken euch die Daumen (und uns auch ein bisschen), dass Reisen über die vielen Grenzen hinweg bald wieder möglich werden!
      Dass ihr regelmäßig nach Thailand reist, können wir absolut verstehen – uns hat es hier auch super gefallen! Nur die 4 Monate Lockdown am gleichen Ort waren dann doch irgendwann etwas langwierig. In der Zeit hätten wir doch lieber mehr vom Land erkundet 😉 Aber wir können uns natürlich absolut nicht beschweren!
      Leider neigt sich unsere Zeit in Thailand nun jedoch mit großen Schritten dem Ende entgegen. Davon berichten wir im nächsten Blogeintrag/Video. Will das hier jetzt nicht vorwegnehmen 😉
      Viele Grüße zurück nach Wien!
      Tina & Dirk

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